Tag-Archiv für 'altfranzösisch'

Wie die Rinde ohne Stamm

In Bezug auf den Chevalier de la Charette von Chrétien de Troyes habe ich ja schon einmal von der Vorstellung gesprochen, dass sich das Herz eines Menschen vom Körper trennen und bei der geliebten Person aufhalten kann. Im Cligès des gleichen Autors, den ich ja gerade (na gut: immer noch) lese, zieht sich das Motiv durch weite Teile des Texts und erreicht an der Stelle, wo Cligès und Fenice einander endlich ihre Gefühle gestehen, sozusagen seinen Höhepunkt. Weil mich die Sache so interessiert, möchte ich meine Erkenntnisse hier festhalten. (mehr…)

Alt- und Mittelfranzösisch :)

Jaaa, sie lebt noch – und plant für demnächst auch wieder einen längeren Post über ihre weitere Lektüre des Cligès.
Heute nun erst einmal ein kleines Sammelsurium. (mehr…)

Klappe halten

Ich habe die CSD-Saison hinter mich gebracht und mein Lesepartner hat jetzt auch wieder mehr Zeit, also haben wir uns wieder den Cligès geschnappt. Der Titelheld verhindert die Entführung seiner Angebeteten Fenice und nimmt sich jeden der zwölf Sachsen, die sie eskortieren, einzeln vor. Nur einer der Feinde überlebt diese Aktion und das auch nur, weil Cligès möchte, dass der Herzog von Sachsen von ihm erfährt, was geschehen ist. In dem Abschnitt ist mir was Bestimmtes aufgefallen: (mehr…)

Heilung für die Pfeilwunde

Über Amatonormativität hatte ich mich ja irgendwann schon einmal geäußert. Noch einmal zur Erinnerung kurz die Definition des Begriffs: „Eine soziale Norm, die romantische Beziehungen als wichtiger und wertvoller betrachtet als Freund_innenschaften oder nicht-romantische-Beziehungen.“ (Quelle). Dies impliziert, dass einer Person, die sich in keiner romantischen Beziehung befindet oder die nicht zumindest verliebt ist, zwangsläufig etwas fehlt. Wie bei vielen anderen Phänomenen hört man auch hier häufiger die Behauptung, es sei typisch für die heutige Zeit, und wie in vielen anderen Fällen stimmt die Behauptung auch hier nicht. Ich habe da in der altfranzösischen Literatur Spuren gefunden … (mehr…)

Tote, Hurerei und mehr

Lange habe ich gesammelt und nun wird es Zeit, den Wortsalat auch mal zu servieren, sonst wird er am Ende noch welk. :)
Eine Bekannte, deren Tochter Musikerin ist, erzählte mir vor einiger Zeit, R. habe immer befristete Stellen in Orchestern und ab und zu auch (mehr…)