fructus dulces Comments http://fructusdulces.blogsport.de Sprachliches, Literarisches, Musikalisches und mehr Sun, 24 Mar 2019 13:19:31 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 by: Harki http://fructusdulces.blogsport.de/2017/06/22/heilung-fuer-die-pfeilwunde/#comment-917 Wed, 23 Jan 2019 17:48:29 +0000 http://fructusdulces.blogsport.de/2017/06/22/heilung-fuer-die-pfeilwunde/#comment-917 Ja, Selbstironie ist enorm wichtig! :-) Und wieder mal das Kernproblem der Manieren: Man muß widerstreitende Prinzipien unter einen Hut bringen: Desinvolture und Leidenschaft, tödlicher Ernst und Selbstironie, Lässigkeit und Fanatismus. Jeweils, und das ist ganz wichtig, ohne einen „Mittelweg“ oder einen „Kompromiß“ zu finden; es sind jeweils Forderungen, die <i>gleichzeitig</i> erfüllt werden müssen. Es geht eigentlich nicht, aber dazu sind Manieren ja da. Sie sind eine Forderung, kein Zustand. Beim Auswendiglernen von „LGBT“ bin ich immerhin schon bis zum G gekommen, weiß aber nie, ob danach das B oder das T kommt. Mit den diversen Plussen hingegen bin ich vollends überfordert. :-) Pfeile. Es gibt ein kleines Sternbild namens Pfeil. Die US-amerikanischen „Grünen Barette“ (mit das Beste, was die USA unter Waffen haben), führen als Emblem die gekreuzten Pfeile – angeblich ein indianisches Friedenssymbol. Natürlich die Pfeile des Amor. Die figurativen Redewendungen „seine Pfeile auf XY abschießen“ und „seine Pfeile verschossen haben“. Die Pfeile der englischen Bogenschützen in den großen Schlachten des Hundertjährigen Krieges (Poitiers, Crécy, Azincourt). Der „pfeilschnelle Achilles“ war mal so sehr mein Vorbild wie heute noch der „listenreiche Odysseus“. Bei den Griechen übrigens galt der Bogen als unehrenhafte „Meuchelwaffe“ – ein Hoplit kämpft mit der Lanze und dem Schwert. Der Bogen im Zen-Buddhismus. Pfeilwurzelmehl (Arrowroot), das klassische Andickungsmittel der französischen Kochkunst. Es verbleibt wie stets in möglichstem Anspielungsreichtum und möglichster Selbstironie Harki :-) Ja, Selbstironie ist enorm wichtig! :-) Und wieder mal das Kernproblem der Manieren: Man muß widerstreitende Prinzipien unter einen Hut bringen: Desinvolture und Leidenschaft, tödlicher Ernst und Selbstironie, Lässigkeit und Fanatismus. Jeweils, und das ist ganz wichtig, ohne einen „Mittelweg“ oder einen „Kompromiß“ zu finden; es sind jeweils Forderungen, die gleichzeitig erfüllt werden müssen. Es geht eigentlich nicht, aber dazu sind Manieren ja da. Sie sind eine Forderung, kein Zustand.

Beim Auswendiglernen von „LGBT“ bin ich immerhin schon bis zum G gekommen, weiß aber nie, ob danach das B oder das T kommt. Mit den diversen Plussen hingegen bin ich vollends überfordert. :-)

Pfeile. Es gibt ein kleines Sternbild namens Pfeil. Die US-amerikanischen „Grünen Barette“ (mit das Beste, was die USA unter Waffen haben), führen als Emblem die gekreuzten Pfeile – angeblich ein indianisches Friedenssymbol. Natürlich die Pfeile des Amor. Die figurativen Redewendungen „seine Pfeile auf XY abschießen“ und „seine Pfeile verschossen haben“. Die Pfeile der englischen Bogenschützen in den großen Schlachten des Hundertjährigen Krieges (Poitiers, Crécy, Azincourt). Der „pfeilschnelle Achilles“ war mal so sehr mein Vorbild wie heute noch der „listenreiche Odysseus“. Bei den Griechen übrigens galt der Bogen als unehrenhafte „Meuchelwaffe“ – ein Hoplit kämpft mit der Lanze und dem Schwert. Der Bogen im Zen-Buddhismus. Pfeilwurzelmehl (Arrowroot), das klassische Andickungsmittel der französischen Kochkunst.

Es verbleibt wie stets in möglichstem Anspielungsreichtum und möglichster Selbstironie

Harki :-)

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by: Fiammetta de Bornelh http://fructusdulces.blogsport.de/2017/06/22/heilung-fuer-die-pfeilwunde/#comment-916 Wed, 23 Jan 2019 16:34:44 +0000 http://fructusdulces.blogsport.de/2017/06/22/heilung-fuer-die-pfeilwunde/#comment-916 "Aber wenn es zur Erklärung eines Begriffes eines Glossars mit zehn anderen Insider-Begriffen, die auch kein Mensch kennt, bedarf [...]" Das Glossar ist tatsächlich hauptsächlich mein Werk (die Broschüre dagegen nicht, da war ich eher "beratend tätig") und es zu verfassen war nicht ganz einfach. Was nimmt man rein, was nimmt man nicht rein? Welche Begriffe sind bereits etabliert, welche werden wieder verschwinden? Und wie definiert man möglichst verständlich? Wir werden wohl immer mal ein bisschen daran rumschrauben. Grundsätzlich verstehe ich Begriffe, wie sie im Glossar vorkommen, als Werkzeuge, die man bei Bedarf benutzen kann. Kein Mensch wird sie alle brauchen und alle auswendig zu lernen braucht man auch nicht, dafür gibt es ja Glossare. :) Dass die ganzen Ausdrücke rund um LGBT verwirrend sein können, wissen wir selber, daher ja auch der Ausdruck "Buchstabensuppe". Ein bisschen Selbstironie muss man da schon besitzen. „Aber wenn es zur Erklärung eines Begriffes eines Glossars mit zehn anderen Insider-Begriffen, die auch kein Mensch kennt, bedarf […]“
Das Glossar ist tatsächlich hauptsächlich mein Werk (die Broschüre dagegen nicht, da war ich eher „beratend tätig“) und es zu verfassen war nicht ganz einfach. Was nimmt man rein, was nimmt man nicht rein? Welche Begriffe sind bereits etabliert, welche werden wieder verschwinden? Und wie definiert man möglichst verständlich? Wir werden wohl immer mal ein bisschen daran rumschrauben.
Grundsätzlich verstehe ich Begriffe, wie sie im Glossar vorkommen, als Werkzeuge, die man bei Bedarf benutzen kann. Kein Mensch wird sie alle brauchen und alle auswendig zu lernen braucht man auch nicht, dafür gibt es ja Glossare. :) Dass die ganzen Ausdrücke rund um LGBT verwirrend sein können, wissen wir selber, daher ja auch der Ausdruck „Buchstabensuppe“. Ein bisschen Selbstironie muss man da schon besitzen.

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by: Harki http://fructusdulces.blogsport.de/2017/06/22/heilung-fuer-die-pfeilwunde/#comment-915 Wed, 23 Jan 2019 11:21:00 +0000 http://fructusdulces.blogsport.de/2017/06/22/heilung-fuer-die-pfeilwunde/#comment-915 Jaaa, ich gebe es ja zu: Das mit den Fördergeldern war vielleicht ein dummrechtes Klischee. :-( Tut mir leid, hm? Und daß ich dazu neige, rhetorisch über die Stränge zu schlagen, weißt Du ja nun auch… Ich bin stolz darauf, das zu können – und schäme mich, es zu oft und vor allem zu oft gegenüber den Falschen zu tun. Sei milde mit mir. Nur: Wenn Du einer sexuellen Sondergruppe angehörst, von der die meisten Leute noch nie etwas gehört haben, führt das schon einmal zu Mißverständnissen. Sieh's einem mittelalterlichen (im doppelten Sinne…), weißen, normal sexuellen Sack und Erotomanen nach. Du hattest mir ja die (von Dir verfaßte?) PDF Eures Vereins verlinkt. Ich habe sie mit Interesse studiert. Aber wenn es zur Erklärung eines Beriffes eines Glossars mit zehn anderen Insider-Begriffen, die auch kein Mensch kennt, bedarf, fragt man sich schon, ob da nicht ein Phänomen aufgepustet wird. Um von dem Mammut-Glossar auf Eurer Website nicht zu reden… Enthaltsame Lebensweisen hat es immer gegeben. (Ich habe nun gelernt, daß Ihr den Begriff Enthaltsamkeit ableht, habe aber nicht exakt verstanden, warum.) Es hat dafür auch immer freunliche Begriffe (z.B. „Keuschheit“) und weniger freundliche gegeben. Die Rechten übrigens kritisieren normalerweise – ob zu Recht oder zu Unrecht – eher die <i>Sexualisierung</i> unserer Gesellschaft. Ich kritisere sie aus verschiedenen Gründen nicht, aber sie wird halt kritisiert. (Das mit den „falschen Positiven“ in Spamfiltern ist nun wirklich kein Problem – bzw. ein so alltägliches Problem, daß es kaum einer Erklärung bedarf.) Jaaa, ich gebe es ja zu: Das mit den Fördergeldern war vielleicht ein dummrechtes Klischee. :-( Tut mir leid, hm? Und daß ich dazu neige, rhetorisch über die Stränge zu schlagen, weißt Du ja nun auch… Ich bin stolz darauf, das zu können – und schäme mich, es zu oft und vor allem zu oft gegenüber den Falschen zu tun. Sei milde mit mir.

Nur: Wenn Du einer sexuellen Sondergruppe angehörst, von der die meisten Leute noch nie etwas gehört haben, führt das schon einmal zu Mißverständnissen. Sieh’s einem mittelalterlichen (im doppelten Sinne…), weißen, normal sexuellen Sack und Erotomanen nach. Du hattest mir ja die (von Dir verfaßte?) PDF Eures Vereins verlinkt. Ich habe sie mit Interesse studiert. Aber wenn es zur Erklärung eines Beriffes eines Glossars mit zehn anderen Insider-Begriffen, die auch kein Mensch kennt, bedarf, fragt man sich schon, ob da nicht ein Phänomen aufgepustet wird. Um von dem Mammut-Glossar auf Eurer Website nicht zu reden… Enthaltsame Lebensweisen hat es immer gegeben. (Ich habe nun gelernt, daß Ihr den Begriff Enthaltsamkeit ableht, habe aber nicht exakt verstanden, warum.) Es hat dafür auch immer freunliche Begriffe (z.B. „Keuschheit“) und weniger freundliche gegeben.

Die Rechten übrigens kritisieren normalerweise – ob zu Recht oder zu Unrecht – eher die Sexualisierung unserer Gesellschaft. Ich kritisere sie aus verschiedenen Gründen nicht, aber sie wird halt kritisiert.

(Das mit den „falschen Positiven“ in Spamfiltern ist nun wirklich kein Problem – bzw. ein so alltägliches Problem, daß es kaum einer Erklärung bedarf.)

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by: Fiammetta de Bornelh http://fructusdulces.blogsport.de/2017/06/22/heilung-fuer-die-pfeilwunde/#comment-914 Wed, 23 Jan 2019 08:30:53 +0000 http://fructusdulces.blogsport.de/2017/06/22/heilung-fuer-die-pfeilwunde/#comment-914 Dieser und noch ein anderer Kommentar von dir sind im Spam-Ordner gelandet - war keine Absicht, das ist in der Geschichte dieses Blogs immer mal passiert. Nun habe ich also alles freigeschaltet. Bei diesem Post habe ich mir einfach den Spaß gemacht, das sehr alte Konzept der höfischen Liebe und den sehr jungen und (noch?) wenig bekannten Begriff der Amatonormativität aufeinanderprallen zu lassen, so als LGBT+-Aktivistin und Hobby-Mediävistin in Personalunion. Fördergelder (von welcher Partei auch immer): Schön wär's! Zumindest der Verein AktivistA, zu dessen Vorstand Carmilla und ich gehören, finanziert sich aus den Beiträgen seiner Mitglieder und wird zusätzlich von einer großzügigen Privatperson unterstützt. Dieser und noch ein anderer Kommentar von dir sind im Spam-Ordner gelandet – war keine Absicht, das ist in der Geschichte dieses Blogs immer mal passiert. Nun habe ich also alles freigeschaltet.
Bei diesem Post habe ich mir einfach den Spaß gemacht, das sehr alte Konzept der höfischen Liebe und den sehr jungen und (noch?) wenig bekannten Begriff der Amatonormativität aufeinanderprallen zu lassen, so als LGBT+-Aktivistin und Hobby-Mediävistin in Personalunion.
Fördergelder (von welcher Partei auch immer): Schön wär’s! Zumindest der Verein AktivistA, zu dessen Vorstand Carmilla und ich gehören, finanziert sich aus den Beiträgen seiner Mitglieder und wird zusätzlich von einer großzügigen Privatperson unterstützt.

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by: Harki http://fructusdulces.blogsport.de/2017/06/22/heilung-fuer-die-pfeilwunde/#comment-913 Wed, 23 Jan 2019 00:13:40 +0000 http://fructusdulces.blogsport.de/2017/06/22/heilung-fuer-die-pfeilwunde/#comment-913 Ich werde es nie verstehen: Warum müßt „Ihr“ eigentlich immer irgendwelche XY-Normativitäten konstruieren, die es so nie gegeben hat? Nur um an die Fördergelder durch die Grünen heranzukommen? Damit macht Ihr Euch doch selbst zu Kaffeetanten und etwas emanzipierteren Hausfrauen. Und die höfische Liebe hat es nun wirklich nicht nur im heutigen Frankreich gegeben. Meine Güte! Der Minnesang. Die Liebe des schrecklich Herzog Christians zu Braunschweig-Wolfenbüttel, „des tollen Christians“, noch im Dreißigjährigen Krieg zu seiner verheirateten Cousine. „Pour Dieu et pour Elle“. Es gehört zur höfischen Liebe, daß sie unerfüllbar ist. Sie geht aber nie sozial nach unten. Das sind Nutten für’s Bett oder zur Not Ehefrauen. Verehrt aber wird nur von gleich zu gleich oder von unten nach oben. Und wenn sich ein Ritter wirklich in eine Nutte verliebt, dann macht er sie eben zur Dame. Es gehört sozusagen zur Ritter-Normativität, gegen Windmühlen zu reiten und gegen die Wand zu fliegen. Ein Ritter läßt sich nicht einmal von Unterstrichen, Binnen-I’s und Sternchen abschrecken. Der Katastrophenfall hat der Normalfall zu sein. Ich werde es nie verstehen: Warum müßt „Ihr“ eigentlich immer irgendwelche XY-Normativitäten konstruieren, die es so nie gegeben hat? Nur um an die Fördergelder durch die Grünen heranzukommen? Damit macht Ihr Euch doch selbst zu Kaffeetanten und etwas emanzipierteren Hausfrauen.

Und die höfische Liebe hat es nun wirklich nicht nur im heutigen Frankreich gegeben. Meine Güte! Der Minnesang. Die Liebe des schrecklich Herzog Christians zu Braunschweig-Wolfenbüttel, „des tollen Christians“, noch im Dreißigjährigen Krieg zu seiner verheirateten Cousine. „Pour Dieu et pour Elle“.

Es gehört zur höfischen Liebe, daß sie unerfüllbar ist. Sie geht aber nie sozial nach unten. Das sind Nutten für’s Bett oder zur Not Ehefrauen. Verehrt aber wird nur von gleich zu gleich oder von unten nach oben. Und wenn sich ein Ritter wirklich in eine Nutte verliebt, dann macht er sie eben zur Dame.

Es gehört sozusagen zur Ritter-Normativität, gegen Windmühlen zu reiten und gegen die Wand zu fliegen.

Ein Ritter läßt sich nicht einmal von Unterstrichen, Binnen-I’s und Sternchen abschrecken. Der Katastrophenfall hat der Normalfall zu sein.

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by: Harki http://fructusdulces.blogsport.de/2018/05/14/getraeller-in-lissabon/#comment-912 Tue, 22 Jan 2019 19:48:14 +0000 http://fructusdulces.blogsport.de/2018/05/14/getraeller-in-lissabon/#comment-912 Genau, die Sache mit der Ausstrahlung, das ist es! Und Lena Meyer-Landruth war halt so ein Musterbeispiel eines „jungen Mädchens“ auf dem Weg zur Dame. Auch Dusseligkeiten à la „Alter Finne!“ und „Hallooo, ich bin die Lena aus Hannover!“ gehören dazu, sind jedenfalls kein Problem. Man hat ihr das abgekauft. Theodor Heuss hat Kaiserin Soraya von Persien als „a domms Mädle“ bezeichnet. Aber damals hat man eben noch nicht von allen immer alles erwartet. Also gleichzeitig bildschön, blitzgescheit, fleißig, weise, sportlich, fließend mehrsprachig, musikalisch, erfolgreich, duchrsetzungsstark etc. zu sein. Das geht garantiert schief, auch bei Jungs. Es führt letztlich in die Mittelmäßigkeit, in die Langeweile und in die Frustration. Jeder kluge Herrscher weiß, daß man die Leute nicht überfordern darf. Lena und Soraya waren schön und charismatisch, und das ist ja schon mal was, es ist eine Gabe dessen, der Einer ist. Genau, die Sache mit der Ausstrahlung, das ist es! Und Lena Meyer-Landruth war halt so ein Musterbeispiel eines „jungen Mädchens“ auf dem Weg zur Dame. Auch Dusseligkeiten à la „Alter Finne!“ und „Hallooo, ich bin die Lena aus Hannover!“ gehören dazu, sind jedenfalls kein Problem. Man hat ihr das abgekauft.

Theodor Heuss hat Kaiserin Soraya von Persien als „a domms Mädle“ bezeichnet. Aber damals hat man eben noch nicht von allen immer alles erwartet. Also gleichzeitig bildschön, blitzgescheit, fleißig, weise, sportlich, fließend mehrsprachig, musikalisch, erfolgreich, duchrsetzungsstark etc. zu sein. Das geht garantiert schief, auch bei Jungs. Es führt letztlich in die Mittelmäßigkeit, in die Langeweile und in die Frustration. Jeder kluge Herrscher weiß, daß man die Leute nicht überfordern darf.

Lena und Soraya waren schön und charismatisch, und das ist ja schon mal was, es ist eine Gabe dessen, der Einer ist.

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by: Harki http://fructusdulces.blogsport.de/2018/06/30/deine-finger-schreiben-an-den-himmel/#comment-911 Tue, 22 Jan 2019 17:54:08 +0000 http://fructusdulces.blogsport.de/2018/06/30/deine-finger-schreiben-an-den-himmel/#comment-911 Ach, der schwärmerische Otto III. hätte es Dir schon nachgesehen. :-) Zumal mittelalterliche Urkunden ja meistens recht recht langweilige Rechtsetzungsakte sind: Kloster X bekommt das Dorf Y übertragen. Sie sind mehr Grundbuch, keine Poesie. Nur so ein tausend Jahre altes Ding in den Händen zu halten, ist echt faszinierend. Das liegt da ganz einfach auf dem Schreibtisch des Archivars. Keiner faßt das mit Plissee-Handschuhen an, wie man es so oft in TV-Dokus sieht. Nächst Marmor gibt es keinen dauerhafteren Beschreibstoff als Pergament. Auch Bucheinbände aus Pergament sehen nach Jahrhunderten noch aus wie am ersten Tag, während Leder oft „pudrig“ und spröde wird. Am anderen Ende der Haltbarkeitsskala lägen dann Worte, die in den Sand oder in den Schnee geschrieben werden. Oder in den Rauhreif auf Autofensterscheiben. Oder Wolken, die eine Buchstabenformation ergeben. Jaaa, ich fange schon wieder an zu labern, ich weiß. Aber da hast Du eben den Historiker in mir wachgerufen. Bei nächster Gelegenheit schicke ich Dir einen Walroßzahn oder einen Elefantenstoßzahn mit einer Inschrift. Ach, der schwärmerische Otto III. hätte es Dir schon nachgesehen. :-) Zumal mittelalterliche Urkunden ja meistens recht recht langweilige Rechtsetzungsakte sind: Kloster X bekommt das Dorf Y übertragen. Sie sind mehr Grundbuch, keine Poesie.

Nur so ein tausend Jahre altes Ding in den Händen zu halten, ist echt faszinierend. Das liegt da ganz einfach auf dem Schreibtisch des Archivars. Keiner faßt das mit Plissee-Handschuhen an, wie man es so oft in TV-Dokus sieht.

Nächst Marmor gibt es keinen dauerhafteren Beschreibstoff als Pergament. Auch Bucheinbände aus Pergament sehen nach Jahrhunderten noch aus wie am ersten Tag, während Leder oft „pudrig“ und spröde wird.

Am anderen Ende der Haltbarkeitsskala lägen dann Worte, die in den Sand oder in den Schnee geschrieben werden. Oder in den Rauhreif auf Autofensterscheiben. Oder Wolken, die eine Buchstabenformation ergeben.

Jaaa, ich fange schon wieder an zu labern, ich weiß. Aber da hast Du eben den Historiker in mir wachgerufen.

Bei nächster Gelegenheit schicke ich Dir einen Walroßzahn oder einen Elefantenstoßzahn mit einer Inschrift.

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by: Fiammetta de Bornelh http://fructusdulces.blogsport.de/2018/06/30/deine-finger-schreiben-an-den-himmel/#comment-910 Tue, 22 Jan 2019 17:01:39 +0000 http://fructusdulces.blogsport.de/2018/06/30/deine-finger-schreiben-an-den-himmel/#comment-910 "Du hättest die umdrehen können und auf die Rückseite den Einkaufszettel für den Lidl-Markt schreiben." ... Na, dann hätte mich der gute Otto aber bis an mein Lebensende jede Nacht im Traum heimgesucht. :) „Du hättest die umdrehen können und auf die Rückseite den Einkaufszettel für den Lidl-Markt schreiben.“

… Na, dann hätte mich der gute Otto aber bis an mein Lebensende jede Nacht im Traum heimgesucht. :)

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by: Fiammetta de Bornelh http://fructusdulces.blogsport.de/2018/05/14/getraeller-in-lissabon/#comment-909 Tue, 22 Jan 2019 16:58:51 +0000 http://fructusdulces.blogsport.de/2018/05/14/getraeller-in-lissabon/#comment-909 Lena fand ich damals einfach süß und sie hatte eine sympathische Ausstrahlung. Jamie-Lee hat mich so wenig beeindruckt, dass ich sie bereits vergessen habe. Lena fand ich damals einfach süß und sie hatte eine sympathische Ausstrahlung. Jamie-Lee hat mich so wenig beeindruckt, dass ich sie bereits vergessen habe.

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by: Harki http://fructusdulces.blogsport.de/2018/06/30/deine-finger-schreiben-an-den-himmel/#comment-908 Tue, 22 Jan 2019 16:39:43 +0000 http://fructusdulces.blogsport.de/2018/06/30/deine-finger-schreiben-an-den-himmel/#comment-908 Es gibt ja am Himmel durchaus einen Buchstaben, nämlich das große W der Kassiopeia. Na, Lippen aus rosa Papier möchte ich mir aber lieber nicht verstellen. :-D Natürlich, die menschliche Haut für Tätowierungen. Die Kalbshaut als Pergament im Mittelalter für Urkunden. Wenn diese Urkunden halbwegs anständig aufbewahrt und zwischendurch gereinigt wurden, sehen sie so aus als ob sie gestern geschrieben worden seien, obwohl sie tausend Jahre alt sind. Habe das mal im hiesigen Staatsarchiv gesehen: ein Urkunde Ottos III., um das Jahr 1000. Du hättest die umdrehen können und auf die Rückseite den Einkaufszettel für den Lidl-Markt schreiben. Pergament, beschrieben mit Eisen-Gallus-Tinte – etwas Dauerhafteres gibt es nicht. Es gibt ja am Himmel durchaus einen Buchstaben, nämlich das große W der Kassiopeia.

Na, Lippen aus rosa Papier möchte ich mir aber lieber nicht verstellen. :-D

Natürlich, die menschliche Haut für Tätowierungen.

Die Kalbshaut als Pergament im Mittelalter für Urkunden. Wenn diese Urkunden halbwegs anständig aufbewahrt und zwischendurch gereinigt wurden, sehen sie so aus als ob sie gestern geschrieben worden seien, obwohl sie tausend Jahre alt sind. Habe das mal im hiesigen Staatsarchiv gesehen: ein Urkunde Ottos III., um das Jahr 1000. Du hättest die umdrehen können und auf die Rückseite den Einkaufszettel für den Lidl-Markt schreiben. Pergament, beschrieben mit Eisen-Gallus-Tinte – etwas Dauerhafteres gibt es nicht.

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