Archiv der Kategorie 'Sprache'

Voraussicht, aber kein Durchblick

Ob professionell nur in die Muttersprache oder auch in die Fremdsprache(n) übersetzt werden sollte, ist eine Glaubensfrage, die in einschlägigen Kreisen immer wieder gern und manchmal hitzig diskutiert wird. Ich persönlich bin eine Anhängerin des Muttersprachenprinzips und damit in meinem Heimatland Deutschland in guter Gesellschaft. In Italien sieht man das anders und im Folgenden möchte ich an zwei Beispielen illustrieren, warum ich das problematisch finde. (mehr…)

Übersetzerinnenanekdote des Tages

Gerade sitze ich an französischen Texten für einen großen Betreiber von Ferienparks in vielen Ländern, u. a. auch auf den Balearen. In der Stadt Ibiza, so stand es da in dem einen Satz, gibt es u. a. ein beeindruckendes château. An dieser Stelle fragt sich die geneigte Übersetzerin stets: Was jetzt, ein Schloss oder eine Burg? Das französische Wort bedeutet nämlich dummerweise beides. Also erstmal bei Google „Schloss Ibiza“ eingegeben, kaum was gefunden, es ist wohl doch eher eine Burg, also „Burg Ibiza“ eingegeben. Hä, was sind denn das jetzt für komische Ergebnisse … Ach so, irgendwo in Bayern gibt es offensichtlich einen Swingerclub, der „Burg Ibiza“ heißt. Das wollte ich zwar gar nicht wissen, aber nun weiß ich es.
Glücklicherweise fand ich auch diese Seite mit einem Bild – eindeutig eine Burg. Geht doch.

Eine Übersetzerin liest Bücher und anderes

Ich lese ja bekanntlich ziemlich viele Bücher auf Italienisch und ziemlich selten deren deutsche Übersetzungen. In den Originaltexten finde ich immer irgendwelche interessanten neuen Wendungen und wenn ich mich dann mal dazu durchringen kann, die entsprechende Übersetzung zu lesen (falls überhaupt eine existiert), ist die auch interessant, entweder als Fundgrube für gute Ideen oder als Vorlage für Lästereien, je nachdem. Also, was habe ich in letzter Zeit so gelesen? (mehr…)

Vorweihnachtliche Übersetzerinnenanekdote

Ich weiß nicht, wie es bei anderen Übersetzer_innen aussieht – ich hatte in den letzten Tagen noch recht viel zu tun, einige Firmen wollten noch ihre Newsletter und sonstigen Kram übersetzt haben und für nach Weihnachten bzw. für das neue Jahr musste ich auch schon Verhandlungen führen, was ich zu wann liefern kann etc. Unter den ganzen Nachfragen war auch eine lustige: Ein französischer Projektmanager, den ich seit Jahren virtuell kenne, schrieb mir: Können Sie mir ganz schnell lime à ongles übersetzen? Was er da auf Deutsch haben wollte, ist die Nagelfeile. Ich habe mich unwillkürlich gefragt, ob ein Kunde von ihm in Deutschland aus dem Knast ausbrechen will.
Ich wünsche allen unabhängig vom Beruf ein paar angenehme und erholsame Feiertage!

Bleiben oder gehen?

Es ist Advent, an meinen Ohren baumeln wieder die Lebkuchen-Ohrringe und Plätzchen habe ich auch schon gebacken. Da man aber bekanntlich von Süßem allein nicht leben kann, gibt es heute mal wieder einen schönen herzhaften Wortsalat. ;)
In einem französischen Internetforum las ich neulich das schöne Substantiv internaufragé. (mehr…)