Archiv der Kategorie 'Literatur'

Kurzes mit viel Reiz

Mit dem letzten Schwung von Büchern aus der Bibliothek ist auch Un‘assenza von Natalia Ginzburg bei mir gelandet, erschienen 2016 bei Einaudi in Turin, eine Sammlung von einerseits Kurzgeschichten und andererseits Essays und autobiographischen Skizzen, herausgegeben von Domenico Scarpa. Von der Autorin habe ich vor vielen Jahren mal das Lessico famigliare gelesen, (mehr…)

Wiederentdeckt

Wenn ich mich nicht irre, habe ich mir Sandro Pennas Poesie (Milano 2000) gekauft, als ich Ostern 2004 mit einer Freundin in Florenz war. Den Dichter hatte mir eine italienische Freundin ans Herz gelegt. Nun habe ich das hellblaue Buch nach einiger Zeit wieder in die Hand genommen und ein wenig darin herumgeblättert und viele Texte sind wirklich schön, weswegen ich wenigstens einen zitieren möchte.
Wer war Sandro Penna überhaupt? (mehr…)

Kleiner Nachtrag zum letzten Post

… Ich hätte meinen letzten Text vielleicht nicht veröffentlichen sollen, ohne den Cligès bis zum Ende gelesen zu haben. Zwei kleine Dinge habe ich noch gefunden, die zum Thema Herzenstausch bzw. zum Thema „Städte nicht gegen das eigene Glück eintauschen wollen“ passen. (mehr…)

Wie die Rinde ohne Stamm

In Bezug auf den Chevalier de la Charette von Chrétien de Troyes habe ich ja schon einmal von der Vorstellung gesprochen, dass sich das Herz eines Menschen vom Körper trennen und bei der geliebten Person aufhalten kann. Im Cligès des gleichen Autors, den ich ja gerade (na gut: immer noch) lese, zieht sich das Motiv durch weite Teile des Texts und erreicht an der Stelle, wo Cligès und Fenice einander endlich ihre Gefühle gestehen, sozusagen seinen Höhepunkt. Weil mich die Sache so interessiert, möchte ich meine Erkenntnisse hier festhalten. (mehr…)

Küsse wie Brandzeichen

In den letzten Tagen habe ich wieder einmal Ungeduld des Herzens von Stefan Zweig gelesen, den einzigen Roman des Autors, der zu dessen Lebzeiten erschien. Es geht, kurz gesagt, um einen jungen Leutnant, der sich mit der reichen Familie eines gelähmten Mädchens anfreundet. Sie verliebt sich in ihn, er ist von ihren Gefühlen überfordert und kann sie auch deshalb nicht erwidern, weil er Edith aufgrund ihrer Behinderung nicht als vollwertige Frau wahrnimmt. Von ihrer Zuneigung erfährt er ganz plötzlich, als sie ihn mit einem Kuss überrumpelt. An dieser Stelle heißt es: (mehr…)