Geträller in Lissabon

Dieses Jahr konnte ich das ESC-Finale gar nicht sehen, hatte mir aber im Vorfeld alle Musikvideos angeschaut und habe mir auch im Nachhinein die Aufnahmen der Live-Auftritte meiner Lieblinge angesehen, was das Bild nochmal ein wenig zurechtgerückt hat. Hier nun meine Favoriten in aufsteigender Reihenfolge nach Platzierung beim ESC:
Cláudia Pascoal mit O Jardim für Portugal. Ich verstehe nicht, warum dieses Lied auf dem letzten Platz gelandet ist. Es hat für mich einen stacheligen Charme und der Gesang ist absolut nicht schlecht (und außerdem gefallen mir die rosa Haare und die beiden Mädels sind zusammen so süß).
Amaia y Alfred mit Tu Canción für Spanien. Hätte auch mehr als Platz 23 verdient. Das Ganze ist ein wenig kitschig, aber die Melodie gefällt mir sehr gut und die Zweistimmigkeit sagt mir auch zu, wobei die Dame meiner Meinung nach stimmlich mehr draufhat als der Herr, er quäkt ein wenig.
AWS mit Viszlát Nyár für Ungarn. So hart bin ich normalerweise nicht unterwegs, aber unter all den süßlichen Stücken, die bei der Veranstaltung vorgetragen wurden, kann es ruhig mal ein wenig krachen. Der Sänger trifft allerdings nicht jeden Ton, weswegen es bei mir persönlich für das Siegertreppchen nicht gereicht hätte.
Waylon mit Outlaw In ‚Em für die Niederlande. Wirkt wie ein Gruß aus einem anderen Jahrzehnt und zwar ein cooler Gruß. Der Sänger kam schon im Vorab-Video sehr routiniert und abgeklärt rüber, da sitzt jeder Ton, und Ausstrahlung hat der Mann auch.
Ermal Meta e Fabrizio Moro mit Non mi avete fatto niente für Italien. Gehört zu den Stücken mit einer starken Botschaft und gut gesungen, aber ich frage mich, was der eine Typ da für eine komische Perücke trägt. Die Vorab-Version gefiel mir von der Instrumentierung auch etwas besser.
Den Siegersong aus Israel finde ich musikalisch schrecklich, Tiergeräusche und so ein Zeug kann ich mir überhaupt nicht anhören. Deutschland fand ich nicht so schlecht, auch etwas kitschig, aber singen kann der Kandidat definitiv. Enttäuscht war ich über das Ausscheiden Belgiens im Halbfinale, das Lied fand ich super, aber es stimmt schon, dass die Sängerin live nicht wirklich überzeugen konnte, im Refrain war sie stimmlich zu schwach.
Wenn Leute in ihrer Muttersprache singen, gibt das bei mir durchaus Bonuspunkte, aber das alleine ist es dann auch nicht, Slowenien gefällt mir z. B. gar nicht.
Man sieht sich nächstes Jahr, dann mal wieder außerhalb Europas!


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