Von Verben und Substantiven

Heute haben mir romanische Sprachen gleich zweimal Anlass zum Kopfzerbrechen gegeben.
Erstens übersetze ich gerade einen Artikel über eine Whistleblowerin aus dem Italienischen. Im Originaltext werden abwechselnd whistleblower und lanciatrice d‘allerta verwendet. Lanceur / lanceuse d‘alerte sagt man auch im Französischen, der Sprache, die Anglizismen bekanntermaßen gar nicht mag. Das Italienische hat sich drangehängt und leistet sich zwei Wörter, wodurch die Autorin meines Originalartikels ein Synonym hat, auf das sie ausweichen kann. Ich habe in meiner Sprache nicht die gleiche Möglichkeit und muss sehen, wie ich die zu häufige Wiederholung von „Whistleblowerin“ vermeide. Tücken des Alltags.
Zweitens verfolge ich aus aktuellem Anlass die katalanische Presse. Katalanisch kann ich einigermaßen lesen (und einige Lieder von Maria del Mar Bonet halbwegs sicher mitsingen), verfüge aber nicht über profunde Kenntnisse. Was ich mich heute fragte: Was hat diese Sprache denn für komische Tempora? In diesem Artikel heißt es: „Segons diu la seva esposa Marcela Topor a ElPunt Avui, que va poder parlar per telèfon amb ell abans d’ingressar al centre penitenciari de Neumünster (Alemanya), Puigdemont va demanar-li que transmetés el següent missatge als catalans, conscient de les manifestacions al carrer: ‘Ara no hi ha d’haver violència.’“ (Fett von mir) Wenn ich Formen von „gehen“ + Infinitiv sehe, rechne ich wie im Französischen und Spanischen mit einer futurischen Bedeutung, aber das kommt ja wohl nicht hin. Puigdemonts Frau hat mit ihm gesprochen, kurz bevor er das Gefängnis betrat, oder etwa nicht?


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