Tote, Hurerei und mehr

Lange habe ich gesammelt und nun wird es Zeit, den Wortsalat auch mal zu servieren, sonst wird er am Ende noch welk. :)
Eine Bekannte, deren Tochter Musikerin ist, erzählte mir vor einiger Zeit, R. habe immer befristete Stellen in Orchestern und ab und zu auch Gruftmucken. Dass musikalische Gelegenheitsaufträge als Mucken bezeichnet werden, wusste ich, und inzwischen habe ich gelernt, dass von Gruftmucken die Rede ist, wenn bei Beerdigungen gespielt wird. Ich habe mich tot(ha!)gelacht, zumal die Bekannte selbst auf die achtzig zugeht. Offenbar hat sie Humor.
Über Clickbaiting wird ja in letzter Zeit viel gesprochen und inzwischen weiß ich, wie man dieses Phänomen auf Französisch bezeichnet: putaclic. Wörtlich bedeutet das „Klickhure“. Man kann z. B. sagen „un titre putaclic“.
Eine der Nachbarsprachen des Französischen ist das Okzitanische und da fiel mir vor einigen Monaten beim Lesen eines Artikels das Wort esplech auf. Das zweisprachige Wörterbuch Okzitanisch-Französisch verriet mir, dass es outil bedeutet, also so viel wie „Werkzeug“ oder „Tool“. Das fand ich deswegen bemerkenswert, weil es lautlich dem französischen exploit entspricht, was „Großtat, Heldentat“ bedeutet. Im Altfranzösischen haben wir esploit mit der Bedeutung „Tat, Erfolg, Vorteil“ und in diese Richtung dachte ich als Leserin mittelalterlicher Romane auch als Erstes. Esploit kommt von esploitier („handeln, vollbringen“) und das leitet sich wiederum vom vulgärlateinischen *explicitare für explicare her, was u. a. die Bedeutung „glücklich durchführen“ hat. Nun gut – aber wie wir im Okzitanischen zum Werkzeug kommen, ist mir noch immer nicht klar. Weiß jemand, ob das Wort auch in anderen romanischen Sprachen vorkommt und was es da bedeutet?


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