Zu wenig Weiß

Vor einigen Jahren (wahrscheinlich in der Zeit, in der ich alles von der Autorin gelesen habe, was ich in die Finger bekam) habe ich Das Missverständnis von Irène Némirovsky mal auf Deutsch gelesen. Mittlerweile besitze ich ihren ersten Roman (ist er nämlich, sie hat ihn 1926 im Alter von 23 Jahren geschrieben), und zwar im Original, also als Le Malentendu. Kurz gesagt handelt es sich um eine Liebesgeschichte zwischen einer begüterten, verheirateten Frau und einem Mann, der ebenfalls aus einer reichen Familie stammt, aber durch den Krieg das meiste verloren hat, das er hatte. Er muss für sein Geld arbeiten und leidet darunter, da er damit eben als Kind nie gerechnet hat und so nicht erzogen wurde. Sie hat viel mehr Freizeit als er, für sie ist ein ganz anderer Lebensstandard selbstverständlich und diese Kluft stellt sich schließlich als unüberwindbar heraus.
„L‘amour est un sentiment de luxe“, sagt die kluge Mutter der weiblichen Hauptperson einmal – „Das Gefühl der Liebe ist ein Luxus“. Mein Lieblingszitat aus dem Buch ist aber das Folgende:
„[…] l‘amour veut peut-être, plus qu‘on ne le dit, des palais de marbre, des paons blancs et des cygnes.“ („Die Liebe verlangt vielleicht viel stärker, als man glauben möchte, nach Palästen aus Marmor, weißen Pfauen und Schwänen“ – selbst übersetzt, da ich mir die deutsche Version damals nur ausgeliehen hatte.)


2 Antworten auf „Zu wenig Weiß“


  1. 1 trippmadam 07. Mai 2017 um 17:37 Uhr

    Der Lieblingssatz macht neugierig. Man möchte wissen, bei welcher Gelegenheit und in welchem Zusammenhang er ausgesprochen wurde. (Bitte nicht verraten, ich möchte das Buch selbst noch lesen.)

  2. 2 Fiammetta de Bornelh 07. Mai 2017 um 18:23 Uhr

    Na dann mal ran! Haben Sie denn schon etwas von der Autorin gelesen? Ich mag sie sehr und habe hier ja schon öfter über sie gesprochen.
    Und ohne zu viel zu verraten: Da vergleicht jemand die eigenen Möglichkeiten mit denen der vorigen Generation.

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