Ein lustiges und ein lehrreiches Zitat

Dass ich mich gerade durch den Cligès arbeite, haben inzwischen sicherlich alle Mitlesenden mitbekommen. Nun habe ich auch endlich mal das Vorwort zu meiner Ausgabe gelesen, in dem der Herausgeber Charles Méla erklärt, auf welchen überlieferten Handschriften sie basiert und wie übersetzt wurde. Als ich las „La traduction vise l‘original qui n‘existe pas“ (Die Übersetzung hat das nicht existierende Original im Blick), musste ich lachen. Ich glaube, ich habe einen Mediävistenhumor.
Außerdem lese ich gerade La piccola Battaglia portatile von Paolo Nori und in dem Buch kommt etwas sehr Interessantes vor. Der Erzähler besucht mit seiner kleinen Tochter das Luftfahrtmuseum „Gianni Caproni“ in Trento (benannt nach einem berühmten italienischen Flugzeugbauer des 20. Jahrhunderts, von dem ich vorher noch nie gehört hatte) und es heißt: „nach einem Flugzeug von Caproni, dem Ghibli, ist das Studio Ghibli des japanischen Regisseurs Hayao Miyazaki benannt und der neueste Film von Miyazaki, Wie der Wind sich hebt, ist in gewisser Weise Caproni gewidmet, Caproni tritt im Film gemeinsam mit seinen Flugzeugen als Figur auf, von seinen Flugzeugen befinden sich einige im Museum […] (Übersetzung von mir)“. Der G(h)ibli ist wiederum ein heißer, trockener Wind aus der Wüste, das Wort kommt aus dem Arabischen (meine Quellen sind sich nicht einig, ob qibli nun „Süden“ oder „Südwind“ bedeutet, vielleicht stimmt ja beides). Ich bin kein Fan von Zeichentrick- oder animierten Filmen, aber eine Freundin von mir ja, daher kenne ich natürlich das Studio Ghibli. Ich hätte immer gedacht, der Name sei japanisch – dass ein italienisches Flugzeug und ein arabischer Wind dahinterstecken, hat mich sehr überrascht. Ja ja, Lesen bildet.


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