Wie Stefania noch einmal mein Mittagessen rettete

Wie ich vor längerer Zeit schrieb, verdanke ich die Idee, mit Knoblauch in Olivenöl gebratene Zucchini zu Nudeln zu essen, dem Roman Ne parliamo a cena (wörtlich „Wir sprechen beim Abendessen darüber“, deutscher Titel „Nur nichts anbrennen lassen“) von Stefania Bertola. Heute hat mich genau dieses Buch noch einmal gerettet.
Ich in der Küche, der Reis kocht schon vor sich hin und ich merke, dass das, was ich eigentlich dazu machen wollte, schon schlecht ist. Ratsuchend blicke ich mich um – was habe ich da? Nicht viel. Schnell zur nächsten Mampfbude, was in der Großstadt kein großes Problem ist? Aber was mache ich dann mit dem Reis? Da fiel mir ein, dass sich die Ich-Erzählerin Costanza und ihre Freundin Carolina an einem Abend etwas Einfaches zu essen machen wollen und überlegen, was es werden soll. Eine schlägt „gekochten Reis mit Öl und Parmesan“ vor, die andere sagt, meinetwegen könnten sie essen wie die Rentnerinnen, sie sei aber für eine Suppe. Ich bin noch keine Rentnerin, aber Öl und Parmesan waren vorhanden, also los. War als Notlösung gar nicht so schlecht.
In den anderen Romanen der gleichen Autorin geht es nicht so viel ums Essen (jedenfalls nicht mehr, als in italienischen Büchern normal ist ;) ). Klar, A neve ferma (deutscher Titel „Ein Herz aus Schokolade“) spielt in einer Konditorei, aber da geht es eben größtenteils süß zu und es werden mehr exquisite Speisen zubereitet als Alltagstaugliches. Immerhin weiß ich aus diesem Roman, dass stracciatella nicht nur eine Eissorte, sondern auch eine gar nicht süße Suppe ist. Costanza und ihre Cousinen treffen sich ja regelmäßig zum gemeinsamen Mampfen, da ist es klar, dass man sich in dieser Hinsicht von dem Buch inspirieren lassen kann. Vieles im Werk meiner Lieblings-Turinerin nehme ich als parodistisch wahr, die Rezepte kann man aber für bare Münze nehmen.


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