Tres morillas me enamoren en Jaén

Diesmal war ich relativ fix – seit einigen Tagen bin ich Besitzerin des neuesten Albums von Mor Karbasi, Ojos de novia. Es ist nun schon das vierte und ich glaube, es gibt sonst keine Einzelperson oder Band, von der ich alle Scheiben habe. Bei ihr war ich fast von Anfang an dabei und konnte alles mitverfolgen.
Sprachen finden wir auf diesem Album wieder mehrere und zwar verschiedene Varietäten des Spanischen, marokkanisches Arabisch, Hebräisch und Berber wie es im englischsprachigen Booklet steht. Da die Sängerin über die mütterliche Linie marokkanische Wurzeln hat, kommen verschiedene Berbersprachen infrage, ich bin in dieser Angelegenheit vollkommen ahnungslos. Arrangements traditioneller Stücke wechseln sich mit eigenen Kompositionen ab, Shoshana Karbasi und Joe Taylor hatten wieder vielfach ihre Hände mit im Spiel.
Hartgesottene Fans kennen das Titelstück schon vom vorigen Album, da hieß es allerdings noch La blanca paloma und klang ein wenig anders. Mir persönlich war das hebräische neula hi dalti schon seit vielen Jahren bekannt, gesungen von Esther Ofarim, ich kannte allerdings den Titel nicht. Hier geht es nun ein Stück Richtung Jazz und gefällt mir sehr gut. Sehr lustig ist das sephardische Bezos über ein jung verheiratetes Paar, dessen Nachbarn sich davon gestört fühlen, dass es sich ständig küsst. Jetzt weiß ich endlich, wie es klingt, wenn Leute sich küssen, nämlich „Mua Mua, pio pio“. Justicia Señor (über eine junge Frau, die ihren Vergewaltiger anklagt) erinnert vom Arrangement her stark an Ay si te fueres a bañar novia, den Bonustrack vom letzten Album. Mein zweiter Favorit neben neula hi dalti ist das letzte Stück, Tres morillas. Gleich in drei maurische Mädchen verliebt, herrje … Mor Karbasis Singstimme kommt hier perfekt zur Geltung. Dass sie auf der ganzen CD nicht so oft in dieses Kreischregister fällt, in dem sie auf La Tsadika das ganze Stück Molinero singt, ist mir sehr recht, sie kann das zwar wie keine andere, aber es ist anstrengend für die Ohren. Die Arrangements werden von Mal zu Mal besser, habe ich den Eindruck.
Schönes Album! Nicht so viel Sephardisches dabei diesmal, aber man kann ja auch mal was anderes hören.


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