Schulbank drücken in der Freizeit

Auf YouTube ist ja das Videoformat „10 Arten von xyz“ schon länger populär und von ihm habe ich mich für meinen heutigen Post inspirieren lassen – Arten von Menschen, denen man in Sprachkursen so begegnen kann.
Es gibt da den hypergenauen Typus. Diese Menschen sind oft schon älter, legen viel Fleiß an den Tag und nehmen alles sehr genau. Sie haben Angst, Fehler zu machen und schleppen teilweise Unmengen von Material mit, das sie aber eher hemmt als dass es ihnen hilft. Pensionierte Sprachlehrer_innen (die im Kurs eine neue Sprache erlernen) sind in dieser Kategorie nicht selten.
Fleißig sind auch die Leute, die die Sprache für einen bestimmten Zweck lernen müssen, weil sie z. B. von ihrer Firma ins Ausland geschickt werden sollen. Abhängig vom vorhandenen Talent trägt der Fleiß dann mehr oder weniger Früchte; viel Spaß im Kurs hat dieser Typus meistens nicht und hätte ihn auch nie begonnen, wenn die Notwendigkeit nicht bestanden hätte.
Dann ist da die Gruppe, die sich in erster Linie für das Land interessiert, mit dem die Sprache nun einmal verbunden ist. Oft kennen die Leute bestimmte Städte besser als die Lehrkraft und beginnen den Kurs mit Vorkenntnissen, allerdings ohne viel Grammatik. Bestimmte Fehler, die sie immer wieder machen, lassen sich schwer korrigieren, zumal sie die Erfahrung gemacht haben, dass sie vor Ort auch zurechtkommen, ohne alles richtig sagen und schreiben zu können.
Und es gibt die Menschen, die nicht mehr als nötig den Mund aufmachen und bei denen man sich fragt, warum sie den Kurs überhaupt besuchen. Man erfährt es aber nie, weil sie nun einmal maulfaul sind.
Ob es auf der Welt mehr als eine Person gibt, auf die die folgende Beschreibung zutrifft? Sie missbraucht einen harmlosen Sprachkurs für ihre wissenschaftlichen Interessen. Wie man richtig Obst kauft oder ein Hotelzimmer bucht, interessiert sie im Grunde nicht, stattdessen lauert sie auf Lehnwörter aus anderen Sprachen und kann es nicht erwarten, dass endlich literarische Texte behandelt werden. Gern löchert sie die Lehrkraft mit spitzfindigen Fragen zu Lautgesetzen.
Habt ihr noch mehr Arten von Leuten in Sprachkursen? Vielleicht bringen wir es ja auf zehn, aber ein Video werde ich auch dann nicht drehen.


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