Neu entdeckt und wiedergefunden

Die letzten Wochen haben meinen musikalischen Horizont erweitert und ihr giert doch bestimmt auch nach neuen Tonfolgen.
Live erleben durfte ich kürzlich das Magda Brudzińska Klezmer Trio aus Krakau. Der YouTube-Kanal ist nur ein Abglanz, aber auch zu empfehlen. Das hier ist wohl mein Favorit.
Von Mor Karbasi war hier ja schon öfter die Rede und vor Kurzem fiel mir auf, dass sich auf ihrem offiziellen Kanal ein paar Stücke finden, die (noch?) nicht auf CD erschienen sind. Dieses hier auf Hebräisch finde ich wunderschön – es muss nicht immer ihr Freund an der Gitarre sein, jemand anders am Klavier kann auch entzücken.
Bei manchen Stücken bin ich mir nicht schlüssig, ob ich sie nun gut oder schlecht finde. La pioggia (der Regen) von Gigliola Cinquetti aus dem Jahr 1969 ist so ein Kandidat. Der Text ist ohnehin nichts Besonderes (wer kein Italienisch versteht, verpasst nichts) und der Refrain ist musikalisch recht platt, aber die Strophe hat irgendwas, da klingt ihre Stimme sehr schön (und im Gegensatz zu Non ho l‘età deutlich gereift, finde ich). Ganz am Anfang hört man die heraufziehenden schwarzen Wolken und dann die Regentropfen. Jetzt fallen mir übrigens noch zwei Stücke ein, wo der Refrain das Gesamtbild trübt, Soli von Adriano Celentano und I ritornelli inventati von den Alunni del Sole – italienisches Phänomen?
Und ich interessiere mich ja bekanntermaßen für Coverversionen. Vor Kurzem habe ich entdeckt, dass von dem brasilianischen Hit Trem das Onze eine italienische Version mit dem Titel Figlio unico existiert, in deren Text die gleiche Geschichte erzählt wird – ein Typ würde gern länger bei einem Mädel verweilen, muss aber den Zug nach Hause erwischen, da er Einzelkind ist und seine Mutter nicht allein bleiben kann oder will. Lustig finde ich, dass der italienische Sänger an der Stelle, an der es im Originaltext „moro em Jaçanã“ (ich wohne in Jaçanã) heißt, „muoio se non ci sei“ (ich sterbe, wenn du nicht da bist) singt. Ob für die Nachdichtung bewusst ein Wort gewählt wurde, das (zufällig) ähnlich klingt, oder ob die für den italienischen Text verantwortliche Person das unwillkürlich so gemacht hat, weil sie das Original im Kopf hatte?
Ich wünsche einen guten Start in die neue Woche, verpasst eure Züge nicht!


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