In vino veritas

Als ich wieder einmal in den Regalen der Bibliothek herumwühlte, fiel mir neulich der Band Haïkus de mes comptoirs von Jean-Marie Gourio in die Hände. Ein paar Minuten Internetrecherche belehrten mich, dass der Autor 1956 geboren wurde, zu den Vätern von Charlie Hebdo gehört und seit 1988 seine Brèves de comptoir herausgibt, also Sammlungen von kurzen, poetischen Aussprüchen, die er vor allem in Kneipen erlauscht hat. Von den entzückenden „Haikus“ muss ich einfach ein paar zitieren, wobei ich wiederum auf den Versuch einer Übersetzung verzichte, weil sich das in diesem Falle einfach schlecht macht. Wer kein Französisch versteht, kann jetzt also aufhören zu lesen.

La campagne
on sort
on est dehors

Ma femme
ne peut pas me quitter
je suis jamais là

Le bébé
dans le ventre de sa mère
entend le père ronfler

Tuer la connerie dans l‘œuf
que faire après
des coquilles ?

Le vin rouge est rouge
le vin blanc est blanc
le vin rosé, je sais pas


2 Antworten auf „In vino veritas“


  1. 1 trippmadam 29. Oktober 2015 um 20:57 Uhr

    Ich mag das über die Frau, die ihn nicht verlassen kann, und das über den Rosé. :-)

  2. 2 Fiammetta de Bornelh 30. Oktober 2015 um 9:33 Uhr

    Tja, wenn man den Roten und den Weißen schon probiert hat, kann man beim Rosé unter Umständen ins Schleudern geraten…

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