Aufgewärmt schmeckt auch nicht schlecht

Vor einiger Zeit habe ich mich einmal zu Coverversionen geäußert, die mir besser als das Original gefallen. Heute gibt es eine kleine Fortsetzung mit einer neuen Liste von interessanten Neuinterpretationen.
Der Englishman in New York dürfte allgemein bekannt sein, der Jamaican in New York wohl auch (ich glaube sogar, diese Version kannte ich als erste). Aber wie steht es mit dem Englishman in Shymkent? Dahinter steckt wieder einmal Son Pascal, den ich in einem anderen Zusammenhang bereits erwähnte, der junge Italiener, der in Kasachstan ein Star wurde.
Die orientalischen Klänge sind so schön? Dann bleiben wir doch noch ein bisschen in diesem Kulturraum. In den späten 40er-Jahren besang Charles Trenet die Douce France und etwa 40 Jahre später nahm die Gruppe Carte de séjour das Stück neu auf. Alle Mitglieder der Band bis auf eins hatten einen algerischen Hintergrund und ihre Version des Klassikers war ein Statement für Integration und gegen Rassismus. Wenn ich sie mir heute so anhöre, denke ich vor allem „typisch 80er“.
Und ich habe noch etwas Arabisches, was ist denn nur los heute. Lamma Bada Yatathanna entstand in Spanien, in der Zeit von al-Andalus. Es gibt unzählige Interpretationen, wobei meine Favoritin wohl die von Amina Alaoui ist. Die von Kayah finde ich aber auch nicht schlecht. In den Kommentaren bemängeln einige die schlechte arabische Aussprache der Polin, was ich ohnehin nicht merke. Aber das Arrangement hat doch was.
Ich dachte lange, Cucurrucucú Paloma sei ursprünglich von Caetano Veloso; das stimmt offensichtlich gar nicht. Seine Version war halt jahrelang die einzige, die ich kannte. Kürzlich entdeckte ich noch eine neuere, die ich sehr reizvoll finde, von Sílvia Pérez Cruz und Raül Fernández. Der alte Schmachtfetzen kann also auch beschwingt und fast lustig klingen, während an anderen Stellen wieder mehr die klagende Natur durchkommt.
Buenas noches!


2 Antworten auf „Aufgewärmt schmeckt auch nicht schlecht“


  1. 1 Carmilla DeWinter 29. September 2015 um 22:06 Uhr

    Na, die Bilder aus Shymkent erinnert mich an meinen Bildungsurlaub in Usbekistan – nur stand da im April kein Wasser mehr in den Schlaglöchern.

    Wie schrecklich Kayahs Arabisch sich für Menschen anhört, die die Sprache tatsächlich können, mag ich nicht wirklich beurteilen, aber da ich dank Amina die lateinische Umschrift der ersten paar Wörter kenne, höre ich doch, dass da was nicht ganz passt. Wie eine Kommentatorin schreibt: Unter anderem verschluckt sie Doppelkonsonanten, und die sind im Arabischen für den Wortsinn wesentlich wichtiger als die Vokale.

  2. 2 Fiammetta de Bornelh 30. September 2015 um 9:24 Uhr

    Im Italienischen und im Polnischen muss man doppelte Konsonanten auch unbedingt als solche aussprechen und im Italienischen kann einfacher oder doppelter Konsonant bedeutungsunterscheidend sein. Ich bin da immer ein bisschen schlampig, aber diplomatische Konflikte habe ich noch nicht heraufbeschworen.

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