C‘est trop chou !

Sommer ist’s, das Obst wächst aus der Erde oder baumelt an Zweigen (darunter die von mir so geliebten cerises-czereśnie-Kirschen). Gemüse ist natürlich auch da und eine Sorte gibt es, die nicht für den Mund bestimmt ist, sondern über die Augen ins Gehirn geht – den Wortsalat.
Vor Kurzem habe ich Mia Messer von Mieze Medusa gelesen (spielt in einer österreichischen Ganovenfamilie) und der Autorin reichten die im Deutschen vorhandenen Verben offenbar nicht, sie musste noch ein paar dazuerfinden. So kommt es, dass eine Melodie um den Puls der Hauptperson sinuskurvt und von den Türen eines Busses heißt es: „Sie drucklufteten sich zu.“
Rosa Schlüpfer, Axel Schweiß etc. kennt jede_r und natürlich gibt es solche lustigen Kombinationen von Vor- und Nachnamen auch in anderen Sprachen. In einem italienischen Schülerkalender, den ich einst hatte, war eine Liste drin, die noch irgendwo in meiner Schublade rumfliegen muss, ich erinnere mich spontan an PIZZA Margherita und Pino SILVESTRE. Viel lustiger ist es aber, wenn man die Namen selbst ganz zufällig entdeckt und ich bin stolz auf meinen Fund auf einer Übersetzerplattform – Potenzielle Aufträge werden manchmal von einer Serena Foschi ausgeschrieben. Für alle Italienisch-Nichtversteher_innen: Der Vorname bedeutet „heiter“, der Nachname „dunkel, düster“.
Das nächste Wort habe ich gelernt, als jemand es auf mich bezog. Es ist französisch, lautet choupitude und wird hier verwendet. Da hat sich offensichtlich jemand gefreut, dass eine Deutsche auf die Aktionen zur Journée de l‘Asexualité in Frankreich hinweist. Ich wusste, dass chou als Adjektiv so viel wie „süß, entzückend“ bedeuten kann, mir war aber nicht klar, dass man davon ein Substantiv bilden kann. Möchte mal wissen, wie das [p] da reinkommt.
Und da es letztes Mal mit Aman so gut geklappt hat, bitte ich wiederum darum, mir etwas zu erklären, was ich nicht verstehe. In letzter Zeit machen zahlreiche Youtuber_innen Videos mit hacks. Dem Inhalt der Videos nach zu urteilen, muss das sowas wie „Tipps und Tricks“ heißen. Nun war mir das englische Wort (es muss englisch sein, sie sprechen das immer „häck“ aus) nicht bekannt und bei leo steht nur „Reitpferd“, „Kerbe“, „Schreiberling“ und all so ein Zeug, das überhaupt nicht passt. Can anybody explain this to me please? Je me sens un peu perdue !


5 Antworten auf „C‘est trop chou !“


  1. 1 trippmadam 20. Juli 2015 um 6:05 Uhr

    Ich schwöre, ich hatte einmal einen Kunden, der hieß Arcangelo della Morte. Ich habe mir immer vorgestellt, dass seine Eltern ihn ursprünglich Angelo nennen wollten und im letzten Moment auf Arcangelo umgeschwenkt sind, weil „Todesengel“ ja nun nicht so ein schöner Name ist. Aber ob Arcangelo della Morte wirklich besser ist?

    Hack: vielleicht hilft das Urban dictionary weiter:

    http://www.urbandictionary.com/define.php?term=hack

  2. 2 Fiammetta de Bornelh 20. Juli 2015 um 8:39 Uhr

    Danke für den Link, aber das trifft es noch nicht ganz.
    Arcangelo della Morte ist ja echt hart, aber ich würde auch nicht Francesca della Morte oder so heißen wollen, so ein Nachname fällt immer auf, egal wie man mit Vornamen heißt.

  3. 3 Gerd D. 20. Juli 2015 um 18:13 Uhr

    Okay, woher „hack“ genau kommt könnte ich jetzt auch nicht sagen, auch Merriam-Webster ist da überfragt, stammt aber aus der Computersprache.
    Vermutlich „Hacker“ (bedeutungsgleich zum Deutschen, nur eben mit dem den Amis eigenen Ä-Laut gesprochen) beziehungsweise „to hack“, und davon dann vereinfacht (und da ja im Englischen alles auch als Verb fungieren kann) der „hack“.

    Es gibt im Englischen den berühmten Hack-Job oder auch Hack-Writer, als Bezeichnung für etwas das unzureichend ausgeführt wurde beziehungsweise für einen schlechten Vielschreiber der seine Geschichten eben nur in die Maschine hackt.

    Im Computersprachsinn heist es sich illegal/unerlaubt in ein Programm einklinken, einhacken, um dieses zu Verändern, Daten zu manipulieren/stehlen oder ein eigenes Programm einzufügen.
    Es werden heutzutage oft gerne die sogenannten „Life-hacks“ genannt, welche eigentlich eine Art „Cheats“ meinen – also etwas das ein Programm zu eigenen Gunsten manipuliert, oder eben in diesem Fall das Leben.

  4. 4 Fiammetta de Bornelh 21. Juli 2015 um 8:47 Uhr

    Computer-Hacker kenne ich natürlich.
    Und genau, auf YT gibt es Videos mit life-hacks. Dass man mit den gezeigten Tricks das Leben „hacken“ kann, damit Dinge so klappen, wie man will, könnte die richtige Fährte sein, das ist semantisch nachvollziehbar.

  5. 5 Carmilla DeWinter 24. Juli 2015 um 23:47 Uhr

    Etwas verspätet wie immer.
    Aber ich schwöre, in meiner Gemeinde gab es einen Pfarrer, der hieß Höll mit Nachnamen.
    Als Kind ist mir nie aufgefallen, welche Ironie in „Pfarrer Höll“ steckte.

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