Cleo Higgins putzt bei mir

Die Idee zum folgenden Post kam mir heute Vormittag beim Putzen.
Da ich wie wahrscheinlich die meisten Menschen nicht so fürchterlich gern putze (es aber doch ab und zu tue, weil ich Wert auf eine saubere Umgebung lege), schmeiße ich, bevor es losgeht, eine CD ins Abspielgerät, um mich bei Laune zu halten. Heute lief Ruslana. Es ist mir immer ein wenig peinlich, zuzugeben, dass ich ihr ukrainischsprachiges Album von 2004 besitze und irgendwie auch gut finde. Beim auf-dem-Sofa-Fläzen kann ich es nicht hören, aber zum Saubermachen ist es perfekt. Mein zweitliebstes Putzalbum ist Comin‘ atcha von Cleopatra, eine der ersten CDs, die ich überhaupt besaß. Von der Stimme der namensgebenden Leadsängerin bin ich im Grunde noch heute beeindruckt, sie war damals 15 oder so*.
Ich habe aber auch für andere Momente im Leben bevorzugte Musik. Abends höre ich am liebsten den Soundtrack von Das letzte Einhorn (den Film habe ich irgendwann mal gesehen und war nicht sonderlich beeindruckt, ist halt ein Zeichentrickfilm, aber die Musik fand ich super und das verlinkte Lied ist bis heute eins meiner Lieblingsstücke überhaupt) oder Реверсивная Хроника Событий (Reversivnaya hronika sobytij) von Splin. Wenn ich morgens zu verpennt bin, greife ich nicht zu Kaffee (igitt), sondern zu Myslovitz – nein, das klingt zwar wie was zu Saufen, ist aber eine polnische Band.
Sowohl das Debütalbum der Doors (das ich noch immer nicht besitze, es kommt mir immer irgendeine dringendere klingende Anschaffung dazwischen) als auch die Alunni del Sole (welches Album es damals genau war, lässt sich heute nicht mehr herausfinden) assoziiere ich mit Autofahrten, aber das ist einfach Prägung, es hätte auch ganz andere Musik sein können.
Was hören meine Leser_innen denn wann am liebsten? Habt ihr auch Alben, die ihr nur bei ganz bestimmten Gelegenheiten hervorholt?

* = Ich habe da gerade noch was aus dem vorletzten Jahr gefunden… Hätte sie weder vom Aussehen noch von der Stimme her erkannt, klingt aber nach wie vor echt gut.


7 Antworten auf „Cleo Higgins putzt bei mir“


  1. 1 Gerd D. 30. Mai 2015 um 22:45 Uhr

    Ich sehe dein Das letzte Einhorn (ein großartiger Film übrigens! Nur das Buch, das kann mich nicht überzeugen) und erhöhe um Legend, von Jerry Goldsmith.

    Definitive Autofahrmusik habe ich im Grund nicht, aber es gibt übliche Verdächtige wie: On the Road again, Ich möcht so gern Dave Dudley hör‘n, Country Roads (bei offenem Fenster und so furchtbarer Begleitung das sich der gute Denver im Grab drehen würde, könnte er mich hören), sowie Dar Williams‘ Coverversion von Highway Patrolman (dabei würde auch ihr Spring Street oft gut passen „I was too happy driving and too angry to drive home“).

    Putzmusik habe ich keine, und zum Aufstehen gibt es ganz klassisch Kaffee bei mir (wenn ich gut drauf bin Summe ich dazu Der Kaffe ist fertig).

  2. 2 Fiammetta de Bornelh 31. Mai 2015 um 8:33 Uhr

    Bei deiner Aufzählung von Autofahrliedern fiel mir ein, dass „Never marry a railroad man“ von Shocking Blue ein gutes Zugfahrlied ist. :)

  3. 3 Gerd D. 31. Mai 2015 um 13:50 Uhr

    Das musste ich mir jetzt erstmal auf YouTube ansehen/-hören, bei 70er Musik habe ich ein ziemliches defizit.

    Beim Zugfahren, oder überhaupt wenn ich am Banhof stehe geht mir immer automatisch „City of New Orleans“ im Kopf rum. :)

  4. 4 Trippmadam 31. Mai 2015 um 17:12 Uhr

    Ich habe es leicht, denn der Flamenco hat ja einen „palo“ für jede Lebenslage. Alegría (Freude) oder Soleá (Einsamkeit), oder die palos, an deren Namen man die Stimmung nicht gleich erkennt, die aber von Flamenco-Leuten mit bestimmten Gefühlslagen in Verbindung gebracht werden, wie z.B. die Siguiriya, die eine abgrundtiefe Verzweiflung ausdrückt. Wenn ich das habe, was ein anderer Blogger „diaspora feelings“ nennt, dann höre ich Shantel, Mor Karbasi (danke nochmal für den Hinweis), Massilia Soundsystem (die schnelleren Stücke sind auch gut zum Putzen) oder Ljiljana Buttler.

  5. 5 Fiammetta de Bornelh 31. Mai 2015 um 18:59 Uhr

    Hey, hier geht ja richtig was ab im Kommentarbereich. :)
    „Never marry a railroad man“ ist schon aus den 60ern, wenn ich nicht völlig schief gewickelt bin.
    Dass Mor Karbasi ein guter Hinweis war, freut mich. Aber sie hat doch auch schnelle und fröhliche Stücke…? Yasmin Levys Musik empfinde ich insgesamt als wehmütiger.
    Frau Buttler war wiederum mir unbekannt und ich muss mich für den Hinweis bedanken. Jugoslawische Antwort auf Maria Tanase?
    Darüber, welche Lieder ich am traurigsten und welche am lustigsten finde, habe ich an anderer Stelle schon einmal mehr geschrieben, war ein Post mit Rittersporn im Titel.

  6. 6 Carmilla DeWinter 31. Mai 2015 um 22:08 Uhr

    Ganz ehrlich kommt es bei mir auf die Ausgangsstimmungslage an, was ich höre. Soundtracks, Pop, Metal, Folk, Mitbringsel aus Marokko, Punk, Mittelaltermusik, sogenannte Klassik, Elektro/Dance-Zeugs vom Tribal … irgendwo habe ich sogar HipHop rumstehen. Alles außer Schlager und Country!
    Im Übrigen habe ich ebenfalls eine Schwäche für Ruslanas Song-Contest-Beitrag.
    Das einzige, was ich zu vermeiden suche, ist hektische bzw. aggressiv machende Musik, wenn es beim Autofahren brenzlig ist. 200 beats per minute bzw. „Grr, ich bin so wütend!“ und Rush Hour auf der A 8 vertragen sich einfach nicht.

  7. 7 Fiammetta de Bornelh 01. Juni 2015 um 8:40 Uhr

    Ich habe mir das Video vom ESC gerade nochmal angeschaut – ja, fetzt schon auch.
    Der damalige Freund meiner Schwester meinte zu ihrer Musik: „Das kann ich ja mit dem Laptop auf dem Klo machen.“

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