Qui fit, Maecenas…?

Mein Notizbuch sagt, es sei wieder einmal Zeit für eine neue Portion Wortsalat. Also, holt eure Gabeln!
Das erste kuriose Wort, von dem ich heute erzählen möchte, ist ein deutsches und begegnete mir in einem Onlineportal zur Stellensuche. Es lautet Kandidatendatenbank und ließ mich sofort an einen Spruch aus meiner Grundschulzeit denken: „Vor dem Schokoladenladen laden Ladenmädchen Schokoladen ab.“ (Jetzt fällt mir ein, dass es noch mehr solche Sprüche gab – wie war das noch mit „Wenn hinter Fliegen Fliegen fliegen“…?) Aber wie auch immer, ich hätte um der besseren Lesbarkeit willen einen Bindestrich verwendet und Kandidaten-Datenbank geschrieben, wenn man die Sache schon nicht anders nennen kann.
Geradezu entzückt hat mich das okzitanische Wort micromecenatge, das ich aus diesem Jornalet-Artikel gelernt habe. Es steht in meinem Wörterbuch, das ein unveränderter Nachdruck der Auflage von 1977 ist, natürlich nicht drin, aber aus dem Zusammenhang wird klar, dass so etwas wie Crowdfunding gemeint ist (im Spiegel war neulich mal von Schwarmfinanzierung die Rede). Ich mag die Vorstellung, dass jede_r sich als kleine_r Mäzen_in fühlen kann; auf Französisch sagt man nicht so (laut Leo ist das richtige Wort financement participatif). Gerade habe ich auf Verdacht mal geschaut, wie man auf Spanisch sagt – aha, micromecenazgo. Dass die Okzitanier_innen das Wort einfach so ohne Vorbild selbst gebildet haben, erschien mir doch unwahrscheinlich.
Für lustige Ortsnamen ist ja eigentlich die Tripmadam zuständig, aber heute habe ich auch einen, aufgeschnappt als wir mit dem Auto durch Slowenien fuhren. Halbwegs in der Nähe des Heimatdorfs meiner Freundin gibt es ein Stara Nova vas, also Alt-Neudorf.
Zum Schluss eine Art „die Polizei bittet um Mithilfe“ – es gibt da ein Wörtchen, das mir schon öfter begegnet ist und von dem ich nicht weiß, wo es herkommt und was es bedeutet. Es lautet Aman und das erste Mal habe ich es in dem sephardischen Lied Hija mia (hier interpretiert von Amina Alaoui) gehört. Nun singt Çiğdem Aslan aber auch Aman Katerina mou. Weiß jemand mehr?


3 Antworten auf „Qui fit, Maecenas…?“


  1. 1 Trippmadam 26. April 2015 um 18:19 Uhr

    Leider kenne ich das Wort „aman“ weder, noch kann ich es aus dem Zusammenhang raten. Schade. (Bei „Aman Katerina mou“ habe ich so gar keinen Anhaltspunkt.)

    Und Sie machen mir schon wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich immer noch nicht angefangen habe, Okzitanisch zu lernen…

  2. 2 Carmilla DeWinter 08. Mai 2015 um 21:34 Uhr

    Bin grad den Backlog durchsuchen.

    „Aman Iman“ heißt „Wasser ist Leben“ auf Imuhar (Tuareg). Hier also aman = Wasser. Arabischwörterbuch gibt grad nix her, kann aber auch daran liegen, dass ich zu müde bin ;)

  3. 3 Fiammetta de Bornelh 09. Mai 2015 um 9:52 Uhr

    Plitschplatsch? Im Falle von „Hija mia“ könnte man sich das noch vorstellen, da in diesem Lied eine Warnung ausgesprochen wird, ans Meer zu gehen.
    Ich halte aber das, was hier steht: http://encyclopedia.thefreedictionary.com/aman für plausibler (und danke der Person, die ihn mir schickte, vielmals für den Link! :) )

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


+ vier = dreizehn