Moderner Kettenbrief

In meiner Grundschulzeit gab es Kettenbriefe. Man bekam sie von irgendwem und musste sie fünfmal oder was weiß ich wie oft abschreiben / kopieren und weiterschicken. Es wurde mit subtilem Druck gearbeitet (dieser Brief läuft schon seit 1988 und wurde seitdem noch nie unterbrochen, bitte tue auch du es nicht) und teilweise war auch noch Aberglaube dabei (wenn du dieses einfache Ritual durchführst und den Brief dann weiterschickst, wird der Junge, den du magst, dir seine Freundschaft anbieten). An irgendein E-Mail-Spiel vor etwa zehn Jahren, bei dem man Fragen beantworten musste, kann ich mich auch noch erinnern – und heute gibt es Awards.

Die liebe Carmilla hat mich beim Liebster Blog-Award getaggt. Dies sind die Regeln:
1. Verfasse einen Post zu diesem Award, füge das Awardbild ein und verlinke die Person, die dir diesen Award verliehen hat.
2. Beantworte die 10 Fragen.
3. Denke dir weitere 10 Fragen aus.
4. Tagge (also nominiere) 10 Blogger, die unter 200 Leser haben.
5. Sage den Bloggern, die du nominiert hast, dass sie einen Award bekommen haben und somit getaggt wurden.

Gut, Nummer 1 wäre erledigt. Kommen wir zu Nummer 2…

1. Der oder das Blog?
Unbedingt der. Der Blog und die E-Mail. Alles andere klingt für mich falsch.

2. Ist Bloggen politisch oder privat? Oder vielleicht beides? Warum?
Bloggen ist für mich in erster Linie Privatvergnügen, es gibt aber durchaus Themen, auf die ich nicht nur eingehe, weil sie mich persönlich interessieren, sondern auch, weil ich finde, dass sie generell mehr Aufmerksamkeit verdienen.

3. Als Revisionistin n-ten Grades: Durch wie viele Inkarnationen geht ein durchschnittlicher Blogpost bei dir/Ihnen? Oder hängt’s vom Thema ab?
Wenn ich einen längeren Post plane, mache ich mir zunächst Notizen in ein Ringbuch. Diese Phase kann sich über Tage oder sogar Wochen hinziehen. Anhand dieser Notizen wird dann relativ schnell der Text getippt, der später auf dem Blog zu sehen ist. Lustige Wörter sammle ich auch wochenlang, bis ich wieder ein paar zusammenhabe.

4. Gibt es ein Thema, über das du/Sie gern bloggen würdest/würden, dich/sich aber – aus welchen Gründen auch immer – nicht traust/trauen?
Ich bin der Meinung, schlecht über Filme schreiben zu können, weswegen ich das nur selten mache. Als ich den Blog startete, glaubte ich, es würde mehr Filmrezensionen geben, aber ich fühle mich dabei doch recht unsicher.

5. Bloggen verpflichtet: Postings nach Laune, nach Stundenplan, oder …?
Zumindest einen Post pro Woche versuche ich mir schon abzuringen. Oft sprudelt es aber auch von selbst.

6. Reader/Feed/Lesezeichen anschauen: Gibt es da zwei Blogs und/oder Seiten, von denen keine*r erwarten würde, dass sie von ein und derselben Person verfolgt werden?
Zählen auch Foren? Das Piercing-Forum sticht (ha!) bei mir wohl ein wenig heraus, wobei ich da in letzter Zeit auch nicht mehr so viel unterwegs bin.

7. Was muss ein Blog haben, um deine/Ihre Aufmerksamkeit zu fesseln?
Interessante Themen (wobei mich auch nicht immer das gleiche interessiert) und einen ansprechenden Schreibstil.

8. Gibt es Blogs, die dich/Sie inspirieren?
Im Grunde kam ich durch die Herberge zum Bloggen, ich kannte sie von Anfang an, hatte ein paar Gastartikel und konnte mich an ihr orientieren. Sowohl sprachlich als auch inhaltlich sehe ich bei mir einen gewissen Einfluss der Bücher von Max Goldt, die ja Sammlungen von Kolumnentexten sind, und Kolumnen schreiben ist vom Bloggen nicht weit entfernt.
Und ach ja – ich hätte nie meine lackierten Nägel gezeigt, wenn das Handyfeuerzeug (s.u.) das nicht vorgemacht hätte.

9. Schamlos Eigenwerbung machen: Bitte den eigenen Lieblingspost und/oder subjektiv wichtigsten Post verlinken.
Wenn ich schon diese Gelegenheit bekomme, weise ich noch einmal auf meinen Text über die von mir bemerkten Parallelen im Werk von Irène Némirovsky und Stefan Zweig hin. Bin ich die Einzige, der diese Dinge aufgefallen sind?

10. Was kommt auf den Tisch, wenn Gäst*innen zu beeindrucken sind?
Dass ich Besuch habe und den Leuten dann etwas Großartiges auftische, kommt bei mir praktisch nicht vor, ich bereite meistens zuhause irgendetwas vor und nehme es dann irgendwohin mit. Muffins machen sich da immer gut. Neulich habe ich nach diesem Rezept hier gebacken und dabei etwa ein Viertel der Cranberries durch die gleiche Menge Walnüsse ersetzt – meine Leute waren ganz angetan von dem Ergebnis.

Kommen wir zu Nummer 3 – eigene Fragen. Also, was ich gern wissen möchte…

1. Welches Wort oder welche Phrase hasst du so richtig?
2. Nutzt du einen Wandkalender, einen Taschenkalender oder macht das alles dein Handy?
3. Was ist dein Lieblingsobst?
4. Was war das letzte Livekonzert, das du besucht hast? (Ja, Klassik zählt auch)
5. Hast du spontan mit dem Bloggen angefangen oder war der Schritt von langer Hand geplant?
6. Welche Landesflagge findest du am schönsten?
7. Wie viele verschiedene Mailadressen hast du?
8. Welcher ist dein Lieblingssoundtrack oder dein_e liebste_r Filmkomponist_in?
9. Was ist dein liebster Kraftausdruck in einer Fremdsprache?
10. Gibt es eine Zeitung (print oder online), die du regelmäßig liest?

Und jetzt soll ich in Schritt 4 selbst Leute nominieren? Das ist gar nicht so einfach, denn so viele verschiedene Blogs lese ich gar nicht bzw. kann man nicht überall die Zahl der Abonnent_innen sehen. Na, legen wir mal los:
Erst einmal müssen Carmilla und Tschellufjek dran glauben, ohne euch beide wäre mein Internetalltag nicht das, was er ist. Ich weiß, ihr wart schon fleißig – nochmal selbst Fragen ausdenken müsst ihr euch nicht und meine auch nur beantworten, wenn euch wirklich langweilig ist.
Die Tripmadam möchte ich auch nicht unerwähnt lassen, aber sie scheint gerade abgetaucht zu sein. Sollten Sie irgendwann Langeweile haben…
Mich wundert, dass bisher noch niemand das Handyfeuerzeug nominiert hat, das auf YouTube über Asexualität aufklärt und noch viel mehr Nagellack hat als ich. ;)
Meine Bildung im Bereich Geschichte vermehrt Hiltibold.
Gutbetucht widerlegt erfolgreich sämtliche Klischees über muslimische Schleiereulen.
Auf Gerds Bücherregal finden sich u.a. hübsche Buchcover.
Wenn es bei Jacker’s 2 Cents mal nicht um Filme geht, geht es oft um halsbrecherische Skatemanöver.
Ich mag selbst keine Handarbeiten, aber was Woolcoffeetea so strickt und häkelt, sieht wirklich hübsch aus.
Bei Plätzchensbackkünste muss ich immer aufpassen, dass ich nicht anfange zu sabbern.

So, was muss ich jetzt noch tun? Den getaggten Leuten von ihrem Glück berichten. Ja, wird gleich erledigt.


9 Antworten auf „Moderner Kettenbrief“


  1. 1 Trippmadam 17. April 2015 um 8:33 Uhr

    Noch mehr Nagellack: http://www.dangerbananas.de/search/label/nagellack

    (Übrigens tauche ich schon irgendwann wieder auf, dann beantworte ich auch die Fragen. Im Moment beschränke ich mich aufs Lesen und gelegentliche Kommentieren.)

  2. 2 Fiammetta de Bornelh 17. April 2015 um 8:42 Uhr

    Ach ja, den Blog hatte ich irgendwann schon einmal entdeckt, ist wirklich coole Nagelkunst. Danke für’s Erinnern und für das Lebenszeichen.

  3. 3 tschellufjek 17. April 2015 um 16:07 Uhr
  4. 4 Carmilla DeWinter 19. April 2015 um 20:53 Uhr

    Nach einem Wochenende, an dem ich mich auch von der Online-Kommunikation erholt habe, bin ich hier nochmal öffentlich geschmeichelt und werde dann irgendwann dazu übergehen, auch im älteren Blog drauf hinzuweisen…

  5. 5 Carmilla DeWinter 19. April 2015 um 22:26 Uhr
  6. 6 Trippmadam 22. April 2015 um 20:45 Uhr

    Ganz vergessen: auch ich habe inzwischen geantwortet: https://tripmadam.wordpress.com/2015/04/21/kettenbrief/

  7. 7 Gerd D. 24. Juni 2015 um 9:34 Uhr

    Ich habe mir nun erlaubt den Gefallen zu erwidern und dich für einen weiteren Award zu taggen:
    http://gerds-buecherregal.blogspot.de/2015/06/liebster-tag-ii.html

  8. 8 Fiammetta de Bornelh 24. Juni 2015 um 9:45 Uhr

    Meine Güte, ich hatte gar nicht gesehen, dass du meine Fragen inzwischen beantwortet hast. Danke dafür und für deine neuen Fragen, die ich demnächst beantworten werde.

  9. 9 jacker 02. Juli 2015 um 9:37 Uhr

    Erstmal vielen Dank für die Nominierung :)
    Die Antworten sind nun endlich online – gut Ding will Weile haben – und ich hoffe es ist in Ordnung, dass ich den „Kettenbrief“ nur bedingt weiterführe. Ich weiß einfach niemanden, der den Award nicht schon x-fach ebantwortet hat ;)

    Guckst du hier!

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