So klingt… Afrika

Tja, „Musik aus der ganzen Welt“ gebe ich da unter anderem als Interessengebiet an und dabei beschränkt es sich doch weitgehend auf Europa, Asien und Lateinamerika. Von dem, was musikalisch zwischen Tunis und Kapstadt abgeht, weiß ich so wenig, dass es in einen Post passt. Aber immerhin ist es doch so viel, dass man einen Post damit füllen kann und das mache ich jetzt.
Schon seit einiger Zeit verfolge ich das Journal Rappé aus dem Senegal. Es wird jeden Freitagabend auf dem privaten Sender 2STV ausgestrahlt, kurz darauf ist die entsprechende Folge auf YouTube verfügbar. Wie der Name schon verrät, handelt es sich um eine gerappte Nachrichtensendung – zur Sprache kommen Neuigkeiten aus dem Senegal, Afrika und der Welt. Xuman und Keyti präsentieren die Nachrichten nacheinander, einer auf Französisch, der andere auf Wolof. Eine typische Sendung sieht so aus. Hier gibt es ein Interview mit den beiden Rappern (Artikel auf Französisch, Übersetzungen u.a. ins Englische und Spanische verfügbar).
Das kleine Land Kap Verde hat musiktechnisch die inzwischen verstorbene Cesaria Evora bekannt gemacht, die auch mir seit Ende der 90er-Jahre bekannt war. Vor Kurzem entdeckte ich zufällig, dass es da noch jemanden gibt, nämlich Mayra Andrade, die ebenfalls im portugiesisch basierten kapverdischen Kreol singt. Wo hat der Schlagzeuger nur die vielen Schlüssel her, mit denen er da herumklimpert?
Ebenfalls noch nicht so lange kenne ich Fatoumata Diawara aus Mali, oder besser, noch nicht so lange mag ich sie. Vor zwei Jahren oder so las ich einen Artikel, in dem sie erwähnt wurde, suchte sie auf YouTube, konnte mich für ihre Musik jedoch nicht erwärmen, was mir heute unbegreiflich ist. Das Schicksal wollte, dass ich erneut auf sie aufmerksam wurde und nun werde ich sie nicht mehr so schnell vergessen.
Das Schicksal hieß Timbuktu und war ein Film, den ich Anfang dieses Jahres im Kino sah. Fatou spielt dort eine junge Frau, die bestraft wird, weil sie gesungen hat, obwohl Musik doch verboten ist. Eine grausame Verfügung und grausam ist der ganze Film, aber der Soundtrack ist wundervoll. Zu verdanken haben wir ihn Amine Bouhafa aus Tunesien, mit dessen Werk ich mich noch eingehender befassen muss. Die gesamte Filmmusik zu Timbuktu kann hier angehört werden, allerdings mit nerviger Werbung dazwischen. Ich habe bald Geburtstag und habe mir die Original-CD gewünscht.
Nur so halb in die Reihe passt die peruanische Sängerin und Ex-Politikerin Susana Baca, die afrikanische Vorfahren hat und deren Musik in der entsprechenden Tradition steht. Das verlinkte Lied fetzt einfach.
Ergänzungen sind jederzeit willkommen!


4 Antworten auf „So klingt… Afrika“


  1. 1 Carmilla DeWinter 04. März 2015 um 22:02 Uhr

    Wenn wir im Norden des Kontinents bleiben: aus Marokko habe ich damals Tinariwen mitgebracht, deren Musik ist ähnlich bluesig wie Fatoumata Diawara, aber ein bisschen eingängiger.

  2. 2 Fiammetta de Bornelh 05. März 2015 um 10:17 Uhr

    Ach ja, die kenne ich auch (ursprünglich wohl aus dem Journal von Amnesty International, wo ich auch zum ersten Mal etwas über Fatoumata Diawara las). Ist für mich eine Spur zu eintönig.

  3. 3 tschellufjek 08. März 2015 um 11:25 Uhr

    Danke für die super Musiktip
    ps!!
    Und vor allem für die gerappte Nachrichtensendung. Ich muss mal solangsam meine Wissenslücken über den afrikanischen Kontinent schließen.

    Hier noch ein Link zu einem Musikvideo von Tiken Jah Fakoly, ein ivorischer Musiker: https://www.youtube.com/watch?v=NnHu53_8CKA

    Ansonsten kenne ich noch Miriam Makeba, von der ich auch ein Album habe.

  4. 4 Fiammetta de Bornelh 08. März 2015 um 14:45 Uhr

    Ja, über das Journal Rappé kann man sich bzgl. dessen, was so in Afrika los ist, ein bisschen weiterbilden.
    Der Ivorer ist auch sympathisch, hatte nie von ihm gehört. Von Miriam Makeba kenne ich nur „Pata pata“ und das war’s.

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


× sieben = einundzwanzig