Komische Instrumente

Wieder einmal hat sich eine kleine Liste von Wörtern angesammelt, die ich irgendwie bemerkenswert fand.
In einer Sendung von arte habe ich gelernt, dass man das Endstück der Querflöte auf Französisch patte nennt. Ich finde es witzig, dass man hier von einer „Pfote“ spricht, naheliegender wäre doch ein Schwänzchen, wenn man schon Körperteile als Vergleich heranzieht. Wie das Teil auf Deutsch heißt, weiß ich gar nicht (kenne allerdings eine Flötistin, die ich ja mal fragen könnte).
Musikalisch ging es auch in einem italienischen Roman zu, den ich neulich las; ein junges Mädchen war in alle möglichen Protestaktionen involviert und ihre Freundin unterstellte ihr trombonismo. Dieses Wort steht nicht in meinen Wörterbüchern, aber immerhin verraten sie mir, dass ein trombone nicht nur eine Posaune sein kann, sondern auch eine Person, die viel schwatzt, ohne unbedingt etwas zu sagen zu haben. Trombonismo wird in italienischen Texten im Internet ab und zu gebraucht, z.B. hier (der Autor erinnert sich an einen alten Schriftsteller, der einmal recht arrogante Äußerungen tat, was als Anfall von tr. bezeichnet wird). Es besteht eine gewisse Nähe zu deutschen Wörtern wie herausposaunen, aber dasselbe ist es nicht.
In einem okzitanischen Artikel (diesem hier, es ging um die Auszeichnung von Malala Yusafzai und Kailash Satyarthi mit dem Friedensnobelpreis) fiel mir das Wort guierdon ins Auge. Es scheint im modernen Okzitanischen einfach „Auszeichnung, Preis“ zu bedeuten und ist für mich ein alter Bekannter aus dem Altfranzösischen. Guerredon bedeutet dort so viel wie „Gegenleistung, Belohnung, Preis“ und leitet sich laut Greimas vom fränkischen *widarlôn her, das mit dem lateinischen donum gekreuzt wurde (sonst könnte man das [d] nicht erklären). Im Französischen gibt es das Wort heute nicht mehr und im Italienischen ist guiderdone veraltet und ungebräuchlich (im Zingarelli steht es, aber ich habe es nie gehört, kenne es nur aus älteren Texten). Ich war erstaunt, es im Okzitanischen anzutreffen und bedaure, nicht zu wissen, wie es im Altokzitanischen gelautet hat und wie es verwendet wurde. Wörterbuchtechnisch bin ich, was das Okzitanische betrifft, schlecht versorgt, aber nun ist ja bald Weihnachten. ;)


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