Homophobe am Steuer

Ich habe vor Kurzem Madama Sbatterflay (Milano, 2012) von Luciana Littizzetto gelesen, eine Sammlung von kurzen Texten, in denen die Autorin auf bissige Weise und unter Verwendung einiger Saft-und-Kraft-Wörter aktuelle Ereignisse kommentiert. Der Text Gay al volante (Schwuler am Steuer) gefiel mir so gut, dass ich ein wenig daraus zitieren möchte.
Der Hintergrund: Der Führerschein eines jungen Mannes aus Brindisi wurde nicht verlängert, da der junge Mann schwul ist. Diesen Irrsinn kommentiert Madama Littizzetto mit den folgenden Worten: „Dato che sei invertito, inverti continuamente anche il senso di marcia?“ Ein wunderbarer Satz, der in der Übersetzung leider zwangsläufig an Farbe verliert; mein Vorschlag wäre „Du bist also invertiert – kehrst du deswegen auch ständig die Fahrrichtung um?“
Im Folgenden macht sich die Schreiberin über den Glauben lustig, Homosexualität sei eine Krankheit, und konstruiert den folgenden Dialog: „Sa che mio marito è stato a letto per due settimane?“ „Con la febbre?“ „No, con un tizio coi baffi…“ („Wissen Sie, mein Mann hat zwei Wochen lang im Bett gelegen.“ „Mit Fieber?“ „Nein, mit einem Kerl mit Schnauzbart…“). Köstlich, oder?


3 Antworten auf „Homophobe am Steuer“


  1. 1 Carmilla DeWinter 10. September 2014 um 22:14 Uhr

    Hach. Zwei wunderschöne Zitate. Danke.

  2. 2 Trippmadam 11. September 2014 um 20:25 Uhr

    Madame Littizzetto muss ich dringend kennenlernen.

  3. 3 Fiammetta de Bornelh 11. September 2014 um 20:37 Uhr

    Ich wusste immer, dass sie aus Torino kommt (gibt Sympathiepunkte) und als Komikerin aus dem Fernsehen bekannt ist, aber das war mein erstes Buch von ihr. Wer eine scharfe Zunge und zwinkernde Augen zu schätzen weiß, wird sie mögen, ja.

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