Leipzig hat Herz für Minderheitensprachen

Als ich mich heute auf das kurz Uepo genannte Nachrichtenportal für Übersetzer_innen begab, bot sich meinen Augen ein Artikel dar, der mich freute: An der Uni Leipzig wird zum kommenden Wintersemester erstmals der Bachelorstudiengang „Europäische Minderheitensprachen“ angeboten. Im Uepo-Artikel werden „Sorbisch, Baskisch, Galicisch, Katalanisch, Irisch, Walisisch“ genannt; auf der entsprechenden Seite der Uni ist dagegen nur von Sorabistik und Keltologie die Rede. Andererseits heißt es wieder, die künftigen Studierenden sollen Kenntnisse in zwei europäischen Minderheitensprachen, z.B. Sorbisch und Irisch, erwerben, so dass mir nicht ganz klar ist, welche Sprachen jetzt alles Teil des Studiums sind.
Auf jeden Fall ist das für mich eine fabelhafte Nachricht. Minderheitensprachen werden in Europa allzu oft unter den Teppich gekehrt und dass sich nun ein ganzer Studiengang diesem Thema widmet, ist klasse.
Wäre ich noch einmal zehn Jahre jünger, wäre ich jetzt in Versuchung… Obwohl: Okzitanisch ist eh nicht dabei. ;)


6 Antworten auf „Leipzig hat Herz für Minderheitensprachen“


  1. 1 Trippmadam 15. August 2014 um 22:03 Uhr

    Okzitanisch wäre es gewesen. (Wenn ich bedenke, dass meine Großmutter das noch einigermaßen konnte, könnte ich mich in den Hintern beißen, weil ich es als Kind nicht gelernt habe…)
    Aber hatten Sie nicht während Ihres Romanistikstudiums die Gelegenheit, sich mit der okzitanischen Sprache zu beschäftigen? In Saarbrücken wurde Okzitanisch seinerzeit angeboten.

  2. 2 Fiammetta de Bornelh 16. August 2014 um 9:59 Uhr

    Ach, in Ihren Adern fließt französisches bzw. okzitanisches Blut?
    An meiner Uni kam Okzitanisch nur fakultativ ganz am Rande vor, ich habe mich aber so viel damit beschäftigt wie ich konnte, vor allem mit mittelalterlichen Texten. 2009 war ich für eine Woche in Okzitanien, um an einem Sprachkurs teilzunehmen (was ich in irgendeinem meiner früheren Posts schon einmal erwähnte). Hat mich sehr interessiert, es gab aber nicht so viele Möglichkeiten, das auszuleben und außerdem kann man einfach nicht alles machen.

  3. 3 tschellufjek 17. August 2014 um 13:14 Uhr

    Katalanisch und Irisch wären meine erste Wahl!!

    In Saarbrücken wurde damals Okzitanisch angeboten?? Da werde ich doch sofort noch mal gründlich das Studienangebot durchforsten!

    Wenn wir nicht so weit entfernt voneinander leben würden, könnten wir – so wie es Tolkien zu seiner Zeit tat (seine Passion war die isländische Sprache) – einen Sprachenclub aufmachen und gemeinsam einzelne Minderheitensprachen erwerben ;) Wie sehr das mein Geek-Herz erwärmen würde :D

  4. 4 Fiammetta de Bornelh 17. August 2014 um 17:52 Uhr

    Katalanisch wäre mir als Schwestersprache des Okzitanischen auch sympathisch. Zu den keltischen Sprachen zieht mich hingegen gar nichts. Ich hatte im Rahmen des Indogermanistik-Studiums ein wenig Keltisch, aber es hat mich ziemlich kaltgelassen.

  5. 5 tschellufjek 18. August 2014 um 10:14 Uhr

    Echt? Ich finde Bretonisch so unglaublich schön und wenn ein irischer Freund von mir Gälisch spricht, klingt das auch sehr mystisch. Bin auch ein riesen Fan keltischer Märchen und Sagen.

  6. 6 Fiammetta de Bornelh 18. August 2014 um 13:00 Uhr

    Ich habe keine sonderliche Vorliebe für das Mystische, mich interessiert auch Fantasy nicht (eher noch Science Fiction). Vielleicht hätte ich mehr Interesse an keltischen Sprachen, wenn ich schon einmal in einer Gegend gewesen wäre, in denen eine von ihnen gesprochen wird, aber das ist bisher nicht passiert. Aber wenigstens weiß ich mittlerweile, dass die Bretagne schön ist. :)

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