Wie man sich als österreichische Fürstin verkleidet

Gestern wieder im Kino gewesen, Maman und ich von Guillaume Gallienne, der gleichzeitig auch die beiden Hauptrollen spielt. Hier ein paar Eindrücke/Bemerkungen:
Dass Guillaume und Maman von der gleichen Person gespielt werden, verdeutlicht, wie sehr der Sohn sich bemüht, seiner Mutter ähnlich zu sein bzw. wie stark sie auf ihn fixiert ist. Gleichzeitig war es zumindest für mich schwierig, Maman als reifere Frau ernst zu nehmen, da ich unweigerlich die ganze Zeit den jungen Mann sah.
„Heterosexueller Junge wird von seinen Eltern für schwul gehalten“ erinnert mich an Meeresfrüchte (Crustacés et coquillages), einen Film, den ich gerne noch einmal sehen würde, wie ich gerade merke.
Die Szenen im bayrischen Kurhotel fand ich eklig und gefährlich nahe an der Grenze zum Niveaulosen. Musste an Abführmittelscherze wie in Dumm und dümmer denken, so etwas mochte ich noch nie. Dafür habe ich mich schlappgelacht, als Guillaume sich mithilfe seiner Bettdecke und anderer Utensilien als Sissis Schwiegermutter verkleidet bzw. Schwiegermutter und Schwiegertochter spielt – es war zu witzig.
Die Figur des Vaters blieb für mein Empfinden blass. OK, er hätte seinen Sohn gern männlicher, aber sonst?
Ich bedaure, den Film nur auf Deutsch gesehen zu haben, auf Französisch wäre es vielleicht noch interessanter gewesen. Dafür habe ich von dem Spanisch, das die tanzbegeisterte Dame am Anfang von sich gibt, ziemlich viel verstanden (und die ganzen Tänzerinnen auf dem Fest hatten interessante Kleider an).
Wie ich las, geht der Film auf ein Theaterstück zurück. Das erklärt vielleicht, warum ich keine rechte Beziehung zu ihm aufbauen konnte und mir viele Szenen etwas gestelzt vorkamen, das Theater war nie meine Welt. Ganz so begeistert, wie die deutsche und französische Kritik ja offensichtlich war, bin ich nicht aus dem Kino gegangen, sehenswert ist der Film aber allemal.


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