Gedruckter Zuwachs

Ich bin von meinem kurzen Aufenthalt in Italien zurückgekehrt und natürlich war mein Gepäck bei der Rückkehr mal wieder schwerer als beim Aufbruch, was u.a. auf das Konto von im Urlaub gekauften Büchern ging. Diesmal sind es…

Le storie ferraresi von Giorgio Bassani (Torino 1960) und Marcovaldo ovvero le stagioni in città von Italo Calvino (Milano 2002).
Calvino ist von diesen beiden Autoren derjenige, den ich länger kenne und vielleicht waren die Geschichten von Marcovaldo sogar das Erste, was ich von ihm im Original las (mein erstes Buch überhaupt von ihm war der Baron auf den Bäumen, den ich vor fast zehn Jahren auf Deutsch geschenkt bekam). Auf jeden Fall wollte ich sie schon seit längerer Zeit noch einmal lesen und in der Bibliothek meines Vertrauens (die einiges an italienischer Literatur im Original bietet) gibt es sie nicht als Einzelband. Als ich sie nun im Laden sah, habe ich daher zugegriffen. Für diejenigen, die das Werk nicht kennen: Der Titelheld lebt in der Großstadt und sehnt sich nach mehr Kontakt zur Natur, er unternimmt Versuche, sich ihr zu nähern, die aber stets schiefgehen. Das Ganze habe ich eher komisch in Erinnerung, mal schauen, was es jetzt für einen Eindruck auf mich machen wird.
Bassani kenne ich noch nicht so lange, es ist jetzt etwas über zwei Jahre her, dass ich (wieder einmal in der Bibliothek) auf den Giardino dei Finzi-Contini stieß, den ich wundervoll fand und inzwischen auch besitze – das Buch natürlich, nicht den Garten. Ich habe danach noch mehr von ihm gelesen und die oben abgebildete Sammlung jetzt einfach mitgenommen, als sie mir von einem Bücherstand auf der Straße aus zuwinkte. Bassanis in seiner Heimatstadt spielende Geschichten bilden ein Gesamtwerk, bestimmte Personen treten immer wieder auf oder werden zumindest noch einmal erwähnt, man kann die verschiedenen Texte im Grunde schlecht einzeln betrachten. Für das queere Herz dürften jedoch die Occhiali d‘oro (auch auf Deutsch als Einzelband erschienen, unter dem Titel die Brille mit Goldrand, bei Wagenbach, wenn ich mich nicht irre) am interessantesten sein – da geht es um einen älteren Schwulen, der von einem jungen Kerl auf das gemeinste ausgenutzt und vera***** wird.
Diese alten Einaudi-Bände haben immer was, finde ich – vor zwei Jahren, als ich das letzte Mal in Italien war, habe ich mir Vizio di forma von Primo Levi in diesem Gewand gekauft, ebenfalls antiquarisch und nach jahrelanger Suche, diese Sammlung wird inzwischen nämlich gar nicht mehr als Einzelband vertrieben. Ich habe gerade noch einmal nachgeschaut, das Buch von Levi ist von 1971, also nicht ganz so alt wie der Bassani. Der Mondadori-Calvino sieht daneben natürlich schnittiger aus.
Aber wie dem auch sei – die Sammlung ist wieder reicher geworden.


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