To wszystko

Heute war meine letzte Polnischstunde; ich hatte mir vorgenommen, am Ende eine Art Fazit zu schreiben und kann das ebenso gut gleich tun, solange alles noch frisch ist.
Erst einmal eine kleine Gut-schlecht-Liste:
Als nachteilig habe ich die Tatsache empfunden, dass sich der Unterrichtsraum im hinteren Teil einer (polnischen) Buchhandlung befindet. Das ist zwar irgendwie lustig, aber man hat ständig Geräusche im Ohr, die nicht zum Unterricht gehören (Schritte, Gemurmel, im schlimmsten Falle Telefongeklingel) und zumindest mich lenkt das sehr ab. Zum Thema Geräusche passt, dass ich es als relativ sinnlos empfinde, dicht nebeneinander sitzende Menschen in Paaren die gleiche Übung bearbeiten zu lassen, man hört wohl oder übel die ganze Zeit, was die anderen sagen.
Ansonsten fand ich die Übungen aber sehr – hm, sagen wir „ausgewogen“. Hör- und Leseverstehen, Schreiben und Sprechen waren nahezu gleichberechtigt und so sollte es ja wohl sein. (Wobei vor allem die Hörtexte relativ hohl waren, aber so furchtbar gehaltvoll können die bei A2-Schüler_innen halt noch nicht sein). Super fand ich, dass wir als Ergänzung zur Arbeit mit dem Lehrbuch eine polnische Kurzgeschichte gelesen haben – ich hätte nie gedacht, dass ich „richtige“ polnische Literatur schon so gut verstehe (glaube nicht, dass der Text angepasst / vereinfacht war).
Ja, die Lektüre dieser Geschichte hat für mich ein Erfolgserlebnis dargestellt, es gab aber natürlich auch Momente, in denen ich dachte „Ooooh, ich bin so blöd, ich verstehe überhaupt nichts“, so wie es beim Sprachenlernen eben ist und in „Nachtzug nach Lissabon“ (dem Buch, nicht dem Film) so überaus treffend beschrieben wird – Allmachtsgefühle wechseln sich mit dem Gefühl ab, das alles nie zu schaffen.
Gelernt habe ich definitv etwas. Es geht mir jetzt alles ein wenig leichter von der Zunge, mein Grundwortschatz wurde bereichert, die Sätze bilden sich zum Teil von selbst (natürlich nicht immer). Ich kann mir vorstellen, irgendwann weiterzumachen, für’s Erste ist es aber genug. (Eigentlich hätte ich gerade jetzt wieder Lust auf Latein, aber egal.) Die Atmosphäre in unserer kleinen Gruppe war angenehm, wir haben immer viel gelacht.
Zum Schluss noch eine unterhaltsame Erkenntnis aus der heutigen Stunde: Die Stadt Mailand wird auf Polnisch Mediolan genannt – ganz dicht am lateinischen Mediolanum.


2 Antworten auf „To wszystko“


  1. 1 Carmilla DeWinter 07. April 2014 um 21:41 Uhr

    Heh. Über Polnisch kann ich nun nichts sagen, aber selbst beim Englischen, das ich, je nach Disziplin, B2 (Hörverstehen) und besser drauf habe, kratze ich mich manchmal am Kopf, was ich da vor zwei Wochen wieder für einen Mist zusammengeschrieben habe. Grammatik schlecht, Wort falsch benutzt, jemandes Kommentar falsch verstanden und Blödsinn als Antwort verzapft.
    Yay, ich bin eine Göttin! *stolpert über einen Germanismus und fällt auf die Schnauze*

  2. 2 Fiammetta de Bornelh 08. April 2014 um 7:30 Uhr

    Dein Englisch kam mir immer makellos vor, ich kann es aber nicht recht beurteilen, da es bei mir nicht die stärkste Sprache ist.
    Für den Wechsel zwischen Allmacht und Ohnmacht ist es, glaube ich, egal, mit welcher Sprache man da gerade zugange ist, das ist universell (im „Nachtzug nach Lissabon“ wird, wie der Titel nahelegt, Portugiesisch gelernt).
    Und absolut fehlerfrei beherrschen kann man meiner Meinung nach nicht einmal die eigene Muttersprache. Es wurde einmal eine Übersetzung von mir moniert, weil ich „das Gecko“ statt „der Gecko“ geschrieben hatte und ich ertappe mich ab und zu bei Italianismen im Deutschen, z.B. verwende ich „entdecken“ gern in der Bedeutung von „herausfinden“, weil „scoprire“ das hergibt.

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