Archiv für Januar 2014

Späte Antwort

„Spóźnionych słów / Nie czeka nikt“ singt Edyta Bartosiewicz; „auf Worte, die zu spät kommen, wartet niemand.“ Da mag sie recht haben – aber vor ein paar Monaten wurde mir eine Frage gestellt, auf die ich erst jetzt eine Antwort weiß.
Die Situation: Ich wurde zum Thema Asexualität interviewt und unter anderem gefragt, ob ich irgendwelche Vorteile darin sehen würde, asexuell zu sein. Meine spontane Antwort lautete, meine Orientierung sei für mich „neutral“, weder positiv noch negativ. Ich empfinde mich nicht als gestört und habe nicht das Gefühl, etwas zu verpassen; andererseits möchte ich mich aber auch von positiven Vorurteilen distanzieren.
Was mir jedoch im Nachhinein einfiel: (mehr…)

An die Lampe hängen? Denkste!

Giuseppe Culicchia hat mit Torino è casa mia (Roma-Bari, 2005) ein ausführliches, anschauliches Porträt der piemontesischen Hauptstadt verfasst.
Lachen musste ich an der folgenden Stelle (S. 112 f.):
„[…] Ma il bar più famoso di Via Po è il già citato Caffè Fiorio. Una volta entrati al Caffè Fiorio, o si resta in piedi di fronte al bancone o ci si siede in una delle sue sale. Sdraiarsi a terra, appicciarsi ai muri o appendersi ai lampadari non è permesso. Non che da Fiorio siano particolarmente severi: solo, Cavour non lo avrebbe mai fatto e siccome Fiorio è un locale storico, cose di questo genere ancora oggi non si fanno.“
„[…] Das berühmteste Lokal in der Via Po ist jedoch das bereits genannte Caffè Fiorio. Nachdem man das Caffè Fiorio betreten hat, bleibt man entweder am Tresen stehen oder nimmt in einem der Räume Platz. Sich auf den Boden zu legen, an die Wände zu kleben oder an die Leuchter zu hängen ist nicht erlaubt. Nicht dass es bei Fiorio besonders streng zuginge – aber Cavour hätte das nie getan und da Fiorio ein historischer Betrieb ist, ist ein derartiges Verhalten auch heute noch nicht gern gesehen.“

Dein Niveau ist nicht auf meinem Level… oder war es umgekehrt?

Die Wörter Level und Niveau gehören zu unserem alltäglichen Wortschatz. „Richtig deutsch“ sind sie beide nicht und die meisten Menschen, die man nach ihrer Herkunft fragt, werden das erste als englisch und das zweite als französisch einordnen. Dies ist nicht falsch, aber dass wir da im Grunde das gleiche Wort zweimal entlehnt haben, dürfte den wenigsten bekannt sein.
Wie, das gleiche? Die sehen doch total unterschiedlich aus!
Folgt mir auf eine Reise in die Vergangenheit und ihr werdet sehen… (mehr…)