Archiv für Januar 2014

Von Epen und Mythen

In letzter Zeit höre / lese ich es öfter, dass Dinge als „episch“ bezeichnet werden. Erst vor einer Woche verwendete ein Freund von mir das Wort angesichts einer spektakulären Kampfszene in einer Science-Fiction-Serie und ein paar Tage später las ich in einem Forum „das wäre episch“ in der Bedeutung von „das wäre super“. Hier haben wir es offensichtlich mit einer vom Englischen beeinflussten Lehnbedeutung zu tun; das Oxford Advanced Learner’s Dictionary gibt als Bedeutung des Adjektivs epic an dritter Stelle „very great and impressive“ an. (mehr…)

Still und starr

„Leise rieselt der Schnee… Still und starr ruht die Spree…“
Wie, so heißt das nicht? Es ist doch so! (mehr…)

Kentum-Satem-Verwirrung, aber ansonsten nicht schlecht

Bei meinem letzten Besuch in der Bibliothek fiel mein Blick auf das Buch „Die indogermanischen Sprachen“ von Ernst Kausen (Hamburg, 2012; ist mit insgesamt über 700 Seiten auch schwer zu übersehen). Da ich Indogermanistik (als Magister-Nebenfach) studiert habe und es das Buch noch nicht gab, als ich noch an der Uni war, wurde ich neugierig und schleppte es mit nach Hause. (mehr…)

Die Stadt so fern und die Tür verschlossen

Schon seit Längerem gehört zu meinen bevorzugten Musikrichtungen die sephardische Musik. – Hä, seph was?
Das Sephardische wird auch Judenspanisch, Spaniolisch, Ladino oder noch anders genannt und ist die traditionelle Sprache der Juden, die bis zu ihrer Vertreibung im Jahre 1492 in Spanien, danach in zahlreichen Ländern wie Marokko, Griechenland und Bulgarien lebten. Heute hört man die Sprache fast nur noch in der Türkei und in Israel, aber auch dort ist sie bedroht, die Sprecherzahlen gehen stark zurück. Weltweit soll es noch ca. 30.000-50.000 Sprecher geben. Zur Gruppe der Sepharden gehörte übrigens auch Elias Canetti, geboren 1905 in Rustschuk/Bulgarien, der in seinem Buch „Die gerettete Zunge“ von seiner Kindheit in einer vielsprachigen Umgebung erzählt. (mehr…)

Gorzkie korzenie

An bitteren Wurzeln werde ich in den kommenden drei Monaten wieder wöchentlich nagen müssen und zwar an polnischen.
Nachdem ich den letzten Kurs soweit ich mich erinnere im Jahre 2009 besuchte, habe ich jetzt wieder genug Motivation zusammengerafft, um es noch einmal zu wagen. Das Selbststudium (das in Büffeln über Lehrbüchern und Übersetzen und Nachsingen von polnischen Rocksongs bestand) brachte auf die Dauer nicht sehr viel; entweder werde ich langsam zu alt dafür oder die Sprache ist einfach zu schwierig. Darüber, DASS sie schwierig ist, besteht kein Zweifel – für mich ist sie gemeinsam mit Altgriechisch die schlimmste, die ich je gelernt habe (oder versucht habe zu lernen) und ich habe so einige fremde Zungen durch.
Nachdem ich im Internet eine mir sympathisch scheinende Sprachschule gefunden und mich mit der Lehrerin per Mail in Verbindung gesetzt hatte, (mehr…)